Auf rege Beteiligung bei den Angeboten hofft man 2014 im Umweltzentrum Ronney. Bei laufendem Betrieb wird die Objektsanierung fortgesetzt.

Ronney l Gestern war für die Mitarbeiter des Umweltzentrums Ronney der erste Arbeitstag im neuen Jahr. Es gibt einen vorläufigen Veranstaltungsplan für dieses Jahr, weitere Angebote werden hinzukommen. Aber dieses Jahr wird auch noch geprägt sein von Baumaßnahmen in der Einrichtung. Was das Hochwasser des vergangenen Sommers in kurzer Zeit zerstörte, kann nur nach und nach wieder hergerichtet werden. So müssen anstehende Arbeiten mit Programm und Belegung des Objektes koordiniert werden.

Rückblick: Am 9. Juni 2013 war der höchste Hochwasserstand erreicht. Eine Woche zuvor war das Umweltzentrum beräumt worden. Am 14. Juni wurde das Haus zum ersten Mal wieder betreten. Mit 129000 Euro wurde der Schaden an dem Objekt beziffert. Aber: "Am Anfang hat man ja nicht alles gesehen", so Hartmut Kühnel, der ehrenamtliche Leiter der Einrichtung.

So gibt es inzwischen einiges, was noch dazu gekommen ist. Als Beispiel führt Kühnel das Bienenhaus an, das nicht mehr nutzbar ist. Ein neues ist inzwischen für 1000 Euro gekauft, weitere 1000 Euro wird wohl der Aufbau kosten, denn es soll vorsichtshalber auch gleich auf Stelzen stehen. Auch von zwei überdachten Sitzgelegenheiten aus Holz sind die Pfähle verfault. Schaden genommen hat auch der wilde Wein, der an der Hausfassade wuchs und mit seinen Haftwurzeln Halt im Putz fand. Der Wein ist abgestorben, nun zeichnen sich Anstrich oder gar Erneuerung des Putzes ab. Solche "Kleinigkeiten" kommen zu den bereits geplanten Maßnahmen hinzu.

Im Haupthaus konnten alle notwendigen Sanierungsmaßnahmen in Folge des Hochwassers im vergangenen Jahr "im wesentlichen" abgeschlossen werden. Der Fußboden musste komplett entfernt und wie auch die Heizung erneuert werden. Bei der Erneuerung wurde Vorsorge getroffen: die neue Dämmung im Fußboden nimmt weniger Wasser auf, die Fußbodenplatten sind lose verlegt, und die Heizung wurde einen Meter höher gesetzt.

Für das Nebengebäude war man gerade bei der Ausschreibung für die anstehenden Maßnahmen. "In den Schlafräumen stand das Wasser bis in ein Meter Höhe", erinnerte Hartmut Kühnel. Da mussten die Trockenbauwände zunächst aufgemacht werden, damit das Wasser wieder raus kann. Provisorisch war zunächst alles wieder hergerichtet worden. Der Trockenbau soll nun raus und bis zwei Meter hoch gemauert werden. Da hängen Fliesenarbeiten ebenso dran, wie die Erneuerung der Sanitärbereiche. In der Werkstatt schimmeln die Wände, stellte sich ein weiteres Problem ein. Nicht zu vergessen muss auch der Bungalow auf dem Hof, der ebenfalls Übernachtungsmöglichkeiten bot, saniert werden.

Nein, eine Versicherung für Hochwasser gab es für das Umweltzentrum nicht. Bis dahin. "Jetzt haben wir ein Angebot", so Kühnel. Die Prämien sind entsprechend hoch, aber eine gewisse Sicherheit ist dann da. Zum Glück war die Spendenbereitschaft nach der Katastrophe 2013 recht hoch. 92000 Euro gingen an Ronney. Der größte Posten kam aus Ostfriesland. Dortige Zeitungen sammelten für die Flutopfer. Aus diesem Fond gingen 60000 Euro nach Ronney. 12500 Euro verteilte der Paritätische aus Volksstimmespenden, 10000 Euro stammen von Lotto-Toto. Sechs oder sieben Spenden zwischen 1000 und 2000 Euro gingen ein, 25 kleinere Spenden im Rahmen von 50 bis 500 Euro.

Beim Landesverwaltungsamt sind die staatlichen Mittel beantragt, erklärte der Objektleiter. Das wird sich hinziehen, prophezeite Kühnel, da für alle Ausschreibungen drei Angebote nötig sind - "das wird kein kurzer Weg." Theoretisch könnte hier alles notwendige abgedeckt werden. Was notwendig ist, ist Auslegungssache. Ob beispielsweise die Schienen an der Haustür oder den bodentiefen Fenstern am Haupthaus zum Einschieben von wasserfesten Platten, wenn das nächste Hochwasser kommt, als nötig erachtet würden, bleibt offen. Die Anschaffung einer leistungsfähigen Pumpe für das Haupthaus, die das Wasser auf einem bestimmten Stand halten kann, kostet rund 10000 Euro.

Hartmut Kühnel richtete seinen Dank noch einmal an alle Spender, die mit größeren und kleineren Beträgen geholfen haben. Spendenbescheinigungen wurden herausgeschickt. Wer keine erhalten hat und eine benötigt, müsste sich noch einmal melden. Oftmals sei die Anschrift aus der Überweisung nicht vollständig erkennbar gewesen. 40000 Euro wurden nach der Katastrophe schon umgesetzt. 90000 Euro sind noch zu verbauen, nannte Kühnel die Zahlen.

Alle Ferienfreizeiten im Sommer 2013 fielen aus, auch weitere Angebote. Absagen von Gruppen gab es noch in den Folgemonaten, nachdem das Haus schon wieder in Betrieb war. Es ging, und es wird weitergehen im Umweltzentrum Ronney - das ist das wichtigste. Im Objekt arbeiten drei pädagogische Mitarbeiter, eine Verwaltungskraft und zwei technische Mitarbeiter, die die ganze Ausfallzeit weiter voll bezahlt wurden. Die schwere Zeit "wird überstanden werden", so Kühnel, der auch die Einsparungen aus Zuwendungen der Jugendhilfe im Blick hat: "Dann müssen wir sehen, ob und wie der Arbeitsumfang noch realisierbar ist." Was er sich für das Umweltzentrum, in dem auch die Ökoschule des Landkreises arbeitet, auf jeden Fall für dieses Jahr wünscht, ist kein nächstes Hochwasser und "eine rege Beteiligung bei den Angeboten".

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