Die Dumme-Jungen-Streiche in Zerbst nehmen kein Ende. Am Mittwochabend wurde am einstigen Maculan-Bürogebäude am Schützenplatz ein Sicherungsblech von einem Fenster abgerissen. Es hing anschließend quer über der Fahrbahn.

Zerbst l Unbekannte Täter haben am Mittwochabend im Bereich Schützenplatz an einer leerstehenden ehemaligen Bürobaracke eine der als Einbruchsschutz angebrachten Blechtafeln an einer Seite abgerissen und quer über die davor verlaufende Zufahrt gebogen. Dies stellte, zumal in der Dunkelheit, eine erhebliche Gefahr für Passanten dar. Offenbar wollten die Täter hier in das Gebäude eindringen. Dies wäre allerdings durch die völlig offenstehenden Fenster der Hinterfront ohne Weiteres möglich gewesen. "Das war ein ganz bewusstes Vorgehen, um hier eine Gefährdungssituation zu schaffen", meinte Lothar Müller dazu. Der Präsident des SKV Zerbst, der seine Bundesliga-Kegelsportanlage genau gegenüber der Baracke betreibt, ist über die erneute Facette ungebrochenen Vandalismus auf dem einstigen Maculan-Gelände sehr erbost. Passanten hätte Schlimmes geschehen können, meint er.

Die Polizei wurde gegen 19 Uhr über die Verhältnisse informiert. Eine Streifenwagenbesatzung stellte vor Ort "Gefahr im Verzug" fest und benachrichtigte den Bereitschaftsdienst der Stadtverwaltung. Diese wiederum brachte Bauhof zum Einsatz. "Meine Mitarbeiter sind ausgerückt und haben die Blechtafel zurückgebogen und provisorisch an der Gebäudefassade befestigt. Am Donnerstagmorgen haben sie dann weitere Befestigungen vorgenommen, so dass die Gefahr für die öffentliche Sicherheit unterbunden ist", berichtete Bauhofleiter Michael Lindner.

Dennoch wird befürchtet, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die offenbar in jüngster Vergangenheit in Zerbst herumstreunenden Täter hier erneut Hand anlegen. "Das Gelände ist ein Schandfleck für die Stadt. Wenn man bedenkt, dass wir während des Bundesliga-Spielbetriebes und erst recht bei Wettkämpfen auf europäischer Ebene honorige Gäste am Schützenplatz empfangen, muss man von unhaltbaren Zuständen sprechen. Das Aussehen dieser Industriebrache ist eine Schande für die Stadt", so Müller. Die SKV-Kegler sind mehrfache deutsche und internationale Meister.

Das zu DDR-Zeiten vom Industriebaukombinat, später von der Baufirma Maculan genutzte und anschließend von einem Bremer ersteigerte Gelände war seit 2010 als Standort der künftigen Schulsportanlagen des Gymnasiums im Gespräch. Doch die Kaufverhandlungen des Landkreises scheiterten an überzogenen Forderungen des zwischenzeitlich insolventen Besitzers.