Am Wochenende brannten in vielen Orten die Weihnachtsbäume. Das gemeinsame Verbrennen der Tannen hat sich in einigen Orten des Zerbster Umlands fest etabliert. Für viele ist es das erste Volksfest im neuen Jahr.

Garitz/Nutha l Kurz nach 17 Uhr wächst die Zahl der Bürger konstant hinter dem Feuerwehrgerätehaus in Garitz. Die Feuerwehrleute haben die Einwohner zum gemeinsamen Verbrennen der Weihnachtsbäume eingeladen. Trotz einsetzendem Regen warten die Bürger auf den Feuerschein der alten Tannen.

Schon am Morgen waren die Feuerwehrleute in den Ortschaften unterwegs, sagt Ortswehrleiter Daniel Mielchen. Stundenlang waren seine Leute in den Straßen der Orte unterwegs, um die Tannen einzusammeln. "Es ist genau zu sehen, welche Bäume im Wasser gestanden haben", schildert er. Zu einem großen Haufen haben die Kameraden die Tannen aufgeschichtet. Viel Geld liegt auf der Wiese hinter dem Feuerwehrgerätehaus, wenn man einen durchschnittlichen Preis von rund 30 Euro pro Tanne annimmt. Über die Werte, die wenige Minuten später in Flammen aufgehen, machen sich die Bürger an diesem Abend keine Gedanken.

Viele wünschen sich noch ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr. Bei heißen Getränken und warmen Grillwürstchen schauen die Bürger gern dem Spiel der Flammen über den Weihnachtsbäumen zu.

Obwohl in Nutha noch ein Baum an der Hauptstraße mit Lichterkette geschmückt ist, haben auch die Nuthaer Feuerwehrleute in ihrem Ort am Sonnabendvormittag die Tannen eingesammelt. Die Bürger bedanken sich in Form kleiner Zuwendungen bei den Feuerwehrleuten für den Service, gibt Ortswehrleiter Thomas Mücke zu. Immer wieder hängen kleine Fläschchen mit hochprozentigem Inhalt an den halb vertrockneten Tannen, erzählt er. Über die Dankesgeste hätten sich seine Kameraden sehr gefreut, erklärt er weiter.

Hinter dem kleinen Feuerwehrgerätehaus findet in Nutha zum dritten Mal das gemeinsame Verbrennen der Tannen statt. Dabei machen sich die Feuerwehrleute richtig viel Arbeit mit den alten Tannen. Eine riesige Feuerschale hat Thomas Mücke hinter dem Gerätehaus aufgestellt. Doch so richtig zünden will das Feuer anfangs nicht. Das trockene Holz will nicht brennen. Erst mit etwas Brandbeschleuniger gelingt den Feuerwehrleuten das Entfachen des Feuers. "Schon komisch, wenn Feuerwehrleute kaum ein Feuer anbekommen", meint er.

Doch als die Flammen schließlich wachsen und die ersten Bäume in der Feuerschale brennen, macht das Wetter einen kleinen Strich durch die Veranstaltung. Immer wieder wird der beißende Qualm in den Innenhof gedrückt. Bald flüchten die Bürger in den Versammlungsraum der Feuerwehr. Durch die offene Tür dringt aber auch hier der Rauch ein. Als dann auch noch die Funken in Richtung des Daches des Gerätehauses fliegen, machen sich die ersten Besucher schon Gedanken um den Brandschutz. "Steckt bloß nicht noch das Gerätehaus an", heißt es gutgemeint.

Schließlich müssen die Feuerwehrleute die Feuerschale umplatzieren. Weit weg vom Haus werden die Tannen verbrannt. Dazu gibt es Würstchen und Getränke.

Den ganzen Abend sind die Kameraden mit dem Zerkleinern der Bäume beschäftigt. In der Zeit schauen die Nuthaer zu, wie die Flammen die Bäume verschlingen und unterhalten sich über die Festtage.

Bilder