Mit Stolz schauen die Zerbster Touristiker auf das Jahr 2013 zurück. Trotz Wetterkapriolen entwickelte sich das Tagesgeschäft stetig. Mit Elan wird nun das neue Tourismusjahr in Angriff genommen.

Zerbst l Der verregnete Frühling und das Juni-Hochwasser waren in ganz Sachsen-Anhalt für den Tourismus schwierige Bedingungen. "Auch bei uns haben Reiseveranstalter einige Reisen abgesagt, wir mussten Nachtführungen verlegen", erinnert sich Tourist-Chefin Viola Tiepelmann.

Letztlich zeigte sich dennoch: Zerbst konnte 2013 touristisch weiter punkten. 70 Führungen fanden im vergangenen Jahr statt, die 1400 Gästen die Stadt näher brachten. "Bezogen auf das Tagesgeschäft war der Trend durchweg positiv", so Viola Tiepelmann. Mit rund 5000 Tagesgästen konnte in der Tourist-Info ein Besucherzuwachs von rund fünf Prozent verzeichnet werden. "Dazu kommen etwa 2800 Anrufe, die alle samt reinen touristischen Charakter hatten. Einige Anfragen und Angebote wie über das Internet sind in diesen Zahlen noch gar nicht inbegriffen."

Es gab viel zu tun und 2014 wird es nicht weniger. "Damit wir das breite Service-Angebot halten können, sind wir auf unsere gute Zusammenarbeit mit den hiesigen Vereinen und Institutionen angewiesen", machte Viola Tiepelmann deutlich. Seien es die Einrichtungen in den Umlandgemeinden, das Schloss oder Katharina - oftmals sind Vereinsmitglieder auf ehrenamtlicher Basis in die Führungen, Veranstaltungen und Besichtigungen involviert. "Wichtig sind auch unsere Stadt- und Radwanderleiter. Insgesamt kann ich unseren ehrenamtlichen Helfern nur danken." Auch die Zusammenarbeit mit den hiesigen Kirchen funktioniert unkompliziert und vertrauensvoll.

All diese Partner werden auch in den kommenden Monaten wieder in zahlreiche Veranstaltungen eingebunden sein. Die beliebten Nachtführungen bleiben ein Publikumsmagnet. Alle Führungen in diesem Frühjahr sind bereits ausgebucht. Die Warteliste umfasst derzeit drei Seiten. "Leider können wir die Anzahl nicht weiter erhöhen", sagt Viola Tiepelmann. Doch auf ein zweites Angebot dieser Art macht sie neugierig. Man konzipiere derzeit ein weiteres Angebot, das in den Abendstunden stattfinden soll. Mehr gibt es noch nicht zu erfahren. Lediglich ein weiteres Lächeln lässt sich Viola Tiepelmann dazu momentan entlocken.

"Dieses Jubiläum ist für uns ein wichtiger Aufhänger."

Tourist-Chefin Viola Tiepelmann

Zudem jährt sich in diesem Jahr die Abreise der späteren Zarin Katharina von Zerbst nach Russland zum 270. Mal. "Dieses Jubiläum ist für uns natürlich ein wichtiger Aufhänger. Derzeit laufen die Planungen, wie wir dieses Jubiläum feiern." Darin involviert sind auch zahlreiche Vereine sowie das Kulturamt der Stadt Zerbst.

Doch auch der Radtourismus wird 2014 weiter vorangebracht. Neben dem 6. Zerbster Radfahrtag Ende Mai und dem Elberadeltag, ebenfalls im Mai, ist für 2014 die offizielle Eröffnung der Radroute Vorfläming geplant. Diese bindet den nördlichen Bereich entlang des Flämingradweges - der den Elberadweg mit dem Europaradweg R1 verbindet - stärker als bisher in den Radtourismus ein. "Die Radroute ist bereits jetzt schon so weit ausgeschildert, dass sich die Nutzer zurecht finden. Bislang fehlen an den Kreuzungspunkten in Garitz und Lindau/Deetz noch die großen Tafeln", erklärt Viola Tiepelmann. Mit Beginn der Radfahrsaison sollen die Schilder und damit die Radroute eingeweiht werden.

"Problematisch bleibt die gastronomische Versorgung entlang der großen Radwege, nicht nur in unserem Bereich, aber auch." Die hiesige Fläche weiter für Radtouristen aus nah und fern zu erschließen, bleibe ein Ziel. Doch sei die gastronomische Versorgung ein Sachverhalt, der sich verbessern müsse.

Doch nicht nur das Alltagsgeschäft wird die Mitarbeiter der Tourist-Info um Viola Tiepelmann in den kommenden Monaten beschäftigen, auch die Zertifizierung der Tourist-Info mit dem allseits bekannten roten i. "Im Herbst läuft unser aktuelles Zertifikat aus. Wir müssen es also erneuern." Dabei werden jährlich die Maßstäbe an die internationalen Kriterien des Tourismus angepasst, 15 Grundkriterien gibt es. Eine Homepage ist mittlerweile ein Muss, ein gewisser Service vor Ort ebenso. "Ich bin mir sicher, wir schaffen die Zertifizierung. Aber es bedarf guter Vorbereitung." Es handelt sich dabei um ein Prüfverfahren des Deutschen Tourismusverbandes.