Am 1. Mai werden das Punktsystem und das Verkehrszentralregister reformiert. Dadurch werden Fehler des bisherigen Systems korrigiert und die Verkehrsverstöße neu bepunktet, informiert der ADAC seine Mitglieder.

Zerbst l Der Führerschein. Gesprächsthema ist er vor allem bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Der ,,Lappen" ist bereits mehr als 100 Jahre alt, besagt eine amtliche Urkunde. Rund 54 Millionen Menschen in Deutschland besitzen ihn. Er ist die Erlaubnis zum Führen bestimmter Fahrzeuge (z. B. Pkw, Motorrad) und beinhaltet die Erteilung zur Fahrerlaubnis.

Erich Kalmbach, Fahrlehrer in Zerbst, gibt rund um den Führerschein Auskunft. Die Höhe der Kosten fällt unterschiedlich aus. Klar ist: Wer länger braucht, zahlt mehr. ,,Es hängt vom jeweiligen Fahrschüler und der Art des Führerscheins ab, wie lang es dauert, bis man ihn hat. Ein Führerschein kostet zwischen 500 und 1000 Euro. Ihn zu erlangen dauert in der Regel zwei bis vier Monate. Es kommt darauf an, wie sich der Fahrschüler anstellt und was man für einen Führerschein macht", so Kalmbach.

Theorie und Praxis

Trotz neuer Punkteregelung und der theoretischen Prüfbögen am PC bleibt der Fahrschulablauf weiterhin unverändert. Es gibt die theoretische und die praktische Prüfung. "Die Bedingung, um beide Prüfungen angehen zu können, ist ein Altersnachweis, ein bestandender Sehtest, der nicht älter als zwei Jahre alt sein darf, ein biometrisches Lichtbild sowie der Beleg über eine Teilnahme an einem Kurs ,Lebensrettende Sofortmaßnahmen\'. Pflicht ist die abschließende theoretische Prüfung sowie 5 bis 12 Sonderfahrten (je nach Führerscheinklasse) sowie weitere Fahrstunden." Deren Anzahl hängt letztlich vom jeweiligen Schüler ab.

Der Führerschein wird unterteilt in Auto -und Motorradführerscheine. Der Autoführerschein wird in den Klassen B (Kraftfahrzeug mit maximal 3,5 Tonnen), B96 (Kombination der Klasse B mit Anhänger zwischen 3,5 und 4,25 Tonnen) und BE (Zugfahrzeug mit Anhänger mit maximal 3,5 Tonnen) unterteilt. Den Führerschein für Zweiräder gibt es für Mofa, AM/AM15 (Zweirädrige Kleinkrafträder mit maximal vier kW Motorleistung), A (zweirädrige Krafträder mit mehr als 15 kW Motorleistung), A1 (Zweirädrige Leichtkrafträder mit maximal 11 kW Motorleistung) und A2 (zweirädrige Krafträder mit maximal 35 kW Motorleistung). ,,AM15 gilt nur in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Man darf nichts verwechseln."

Vorfristig in die Fahrschule

,,Am 1. Januar 2011 wurde das Recht eingeführt, dass man mit 16,5 Jahren den Autoführerschein beginnen kann. Sobald man 17 Jahre alt ist und die Prüfungen bestanden sind, wird der Führerschein ausgehändigt und man darf mit einer begleitenden Person, die in der Prüfbescheinigung namentlich genannt werden muss, öffentlich und legal Autofahren".

Den Motorradführerschein für die Klasse Mofa kann man mit 14,5 beginnen. "Seit dem 1. März 2013 gilt die Regelung, dass man bereits in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen auch mit 14,5 Jahren den AM15-Führerschein beginnen kann und später mit Motorrädern bis zu 45 PS fahren darf", erklärt Erich Kalmbach. Sobald man sein 15. Lebensjahr erreicht haben, wird der Führerschein nach der erfolgreichen Prüfung überreicht.

Doch auch mit dem neuen Punktesystem, das ab Mai gilt, sollten Fahranfänger die Verkehrsregeln genau beachten. Je nach Verstoß wird eine bestimmte Punktzahl eingetragen. Überschreitet man zum Beispiel innerhalb eines Ortes die Geschwindigkeit, so bekommt man je nach Geschwindigkeitsüberschreitung einen bis vier Punkte ins Bundesverkehrszentralregister in Flensburg eingetragen, man muss 15 bis 680 Euro Bußgeld zahlen und man bekommt einen bis drei Monate Fahrverbot. Erreicht man 18 Punkte (ab Mai 8), wird der Führerschein eingezogen.

Soweit die Erläuterungen des Zerbster Fahrlehrers. Er mag seine Arbeit, ist immer aufs Neue gern mit Jung und Alt im Fahrschulauto unterwegs. Sein ältester Fahrschüler war übrigens 70 Jahre alt.