Heute endet für 76 Francisceer ihre erstes Betriebspraktikum. Zwei Wochen liegen hinter ihnen, in denen sie den Arbeitsalltag kennengelernt haben.

Zerbst l Traditionell müssen die Schüler der neunten Klasse des Francisceums Zerbst im Januar zwei Praktikumswochen antreten und in die Arbeitswelt verschiedenster Betriebe eintauchen. Jeder einzelne Schüler, der seinen Praktikumsplatz selber aussuchen durfte, erfährt, wie der Arbeitstag abläuft, wie die verschiedenen Betriebe aufgebaut sind und wie alles organisiert wird.

Ich, als Praktikant der Zerbster Volksstimme, habe fünf Praktikanten bei ihrer Arbeit besucht. Mir macht das Redaktionspraktikum sehr viel Spaß und ich erfahre viel bei meiner Arbeit. Zum Beispiel wie Zeitungen aufgebaut sind, wie und wo man sich die neuesten und wichtigsten Informationen herholt und, wie die Zeitung tagesaktuell geplant wird.

Der Deetzer Felix Giese ist ganz begeistert von seiner Praktikumsstelle. ,,Ich liebe es, mich mit Kindern zu beschäftigen, sie zu unterhalten und ihnen neue Sachen beizubringen, die sie kaum oder gar nicht beherrschen. Da ich später vielleicht im Kindergarten als Betreuer arbeiten will, ich selbst die Kita Deetz als Kindergartenkind besucht habe und ich auch fast jede Erzieherin kenne, hat sich die Gelegenheit geboten, hier in Deetz als Betreuer zu arbeiten." Der 15-Jährige absolviert sein Praktikum in der Kita ,,Regenbogen" Deetz. Er muss sich um die Kinder kümmern, mit ihnen sportliche Aktivitäten ausüben und ihnen helfen. Ihm gefällt die Arbeit sehr und er hat die Kinder direkt in sein Herz geschlossen. Felix ist ein richtiger Mädchenschwarm und kommt gut bei den Kleinen an. Leiterin Christina Bergfeld ist sehr zufrieden mit ihm. ,,Er arbeitet sehr ordentlich, ist nett und kommt mit jedem, der hier arbeitet, aus."

Auch im Betrieb ATU in Zerbst gibt es viel Arbeit. Der 14-jährige Praktikant Nikolas Meyer, hat sich um ein Praktikumsplatz beworben und ihn schließlich bekommen. ,,Ich hab mich sehr gefreut, als ich die Information erhalten habe, dass ich bei ATU in Zerbst mein Praktikum machen darf. Ich interessiere mich sehr für Autos. Mein Vater arbeitet auch hier und ich kenne dadurch manchen Mitarbeiter." Nikolas muss jeden Tag von 9 bis 16 Uhr im Lager helfen, verschiedene Produkte abscannen, mit in der Werkstatt und beim Aufräumen helfen. Ihm bereitet es viel Freude. "Ich würde da jederzeit wieder arbeiten."

Sehr viel Spaß hat Janice Köppe im wiedereröffneten Fotostudio von Lars-Guido Schlegel in Zerbst. Ihr Hobby ist das Fotografieren und sie hat großen Wert drauf gelegt, viel Kontakt mit Menschen zu haben. ,,Ich bin sehr stolz, dass ich hier Praktikantin sein darf. Herr Schlegel ist sehr nett und versteht Spaß. Ich lerne viele neue Dinge dazu und mag es, hier zu arbeiten." Lars-Guido Schlegel ist zufrieden mit Janice und ihrer verrichteten Arbeit.

Beliebte Praktikumsstellen sind in Kindergärten, im Werkzeugmaschinenbau und in Grundschulen. Allein in der Wema arbeiten fünf Praktikanten.

Ich habe Oliver Willnow und David Nitschke ebenfalls bei ihrer Arbeit besucht. Sie müssen feilen, schleifen, Ösen bauen und Kupferdrähte zusammenlöten. Ihnen macht die Arbeit viel Spaß. Sie finden die Teamarbeit und die Arbeitskollegen Klasse. Aber wie kommt es, dass man gerade in der Wema Praktikum macht? ,,Ich interessiere mich sehr für den Werkzeugmaschinenbau und kenne viele, die bei der Wema arbeiten", begründet David seine Entscheidung für diesen Praktikumsplatz. Olivers Onkel erzählte viel von der Arbeit dort und hat dadurch sein Interesse geweckt. Wema-Mitarbeiter Thomas Krenzler ist mit den beiden zufrieden. "Sie arbeiten ordentlich und alle Aufgaben werden immer erledigt." Krenzler ist für Theorie und Praxis zuständig und erteilt den Praktikanten die Aufgaben, die zu erledigen sind, und kümmert sich um sie.

Walter Grabow, der Praktikumsbeauftragte des Gymnasiums Francisceum, ist zufrieden, dass jedes Jahr alles klappt und freut sich über die große Hilfe von Sekretärin Corinna Leps. ,,Sie ist eine große Hilfe und greift mir unter die Arme."

Der Praktikumsbeauftragte nimmt Kontakt mit den Betrieben auf, bei den die Praktikanten des Gymnasiums tätig sind, und fragt nach, ob alles in Ordnung ist, wie sich der Praktikant benimmt und wie er seine Arbeit erledigt. Die meisten Rückmeldungen sind sehr positiv und Probleme zwischen dem Praktikanten und dem Betrieb sind sehr selten. ,,Bisher gab es nur einen größeren Vorfall zwischen einem Praktikanten und dessen Betrieb", sagt Walter Grabow.

Die Gymnasiasten sind selbstständig dafür verantwortlich, sich um einen Praktikumsplatz zu kümmern. ,,Ich sage den Schülern nur Bescheid, auf was sie achten müssen und wann die Praktikumszeit ansteht."

Die Arbeitszeiten werden vom Schulgesetz geregelt. Jeder Schüler darf maximal sieben Stunden am Tag arbeiten. Freiwillige Praktika können die Schüler zusätzlich in ihren Ferien absolvieren. Aber nur wenige nutzen diese Chance auch.

Übrigens: Eine Schülerin fährt bis ins 180 Kilometer entfernte Freiberg nach Sachsen, um dort in einer Tierarztpraxis ein Schülerpraktikum zu absolvieren.