Der Käse duftet, das Bier schäumt und Elke Witt von der Tourismus-Region faltet Radfahrkarten - Grüne Woche in Berlin. Die Unternehmen aus der Region werben in der Sachsen-Anhalt-Halle für sich und den Landkreis.

Berlin l Hinter Brandenburg und Berlin kommt die Sachsen-Anhalt-Halle mit der Nummer 23b. Noch bis zum Sonntag kann auf der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau gekostet und gekauft werden. "Ich habe das Gefühl es ist voller als sonst", sagt Stefan Wallwitz. Rund 40 000 Besucher laufen täglich durch die Gänge.

Sie sind probierfreudig. "Besonders gut kommen die rote Fassbrause und der leckere Brauhaus-Kräuter an", kann der Zerbster schon lange nicht mehr zählen, wie viele Schnapsgläser er in den letzten vier Tagen abgefüllt hat. Hinter ihm im Regal steht die Anhalt-Kiste zum Mitnehmen, gefüllt mit Lutherbrot und Zwickelbier aus dem Dessauer Brauhaus. "Davon habe ich erst fünf verkauft." Auf der Messe ginge es eben eher um den Verzehr. "Die Werbung ist wichtig für uns", sagt Wallwitz. Er ist bereits zum fünften Mal dabei. Die größere Nachfrage in seinem Onlineshop mache sich nach so einer Messe immer bemerkbar.

Darauf hoffen auch Anett und Arnold de Vries am Nachbarstand - mit den Produkten aus ihrer Schafsmilchkäserei Jaare. Sie sind zum ersten Mal dabei. "Die Standmiete ist eben auch eine finanzielle Frage", erklärt Anett de Vries. Doch an dem Gemeinschaftsstand des Landkreises Anhalt-Bitterfeld wechseln sich die Unternehmen ab und teilen die Kosten.

Das erste Fazit: Der Pecorino ist besonders beliebt. "Das ist unser Hartkäse aus Schafsmilch", erklärt Anett de Vries. Warum ihr Käse so gut ankommt? "Die Kunden wollen einfach mal was anderes schmecken - nicht immer nur den Käse von der Kuh." 300 Muttertiere leben auf ihrem Hof in Lindau. Auch Lamm-Knacker hat das niederländische Ehepaar dabei.

Zwei Tage haben sie für sich geworben, jetzt ist ein anderes Unternehmen dran. "Es ist toll, dass so viele Besucher aus ganz Deutschland vorbeikommen", zieht Anett de Vries ein erstes Resümee. So könne man Kontakte knüpfen und in andere Regionen liefern. Nebenan riecht es nach Kaffee: Die Rösterei Hannemann aus Köthen brüht frisch auf. Die Hochschule Anhalt sorgt am Ende der Halle für Hochprozentiges. Die Studenten haben einen neuen Whiskey im Gepäck - der Devil\'s Kiss No. 1.

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