Zerbst (mla) l Fleißarbeiten für die Einführung der Doppik - dem Kommunalen Rechnungswesen, das die bislang übliche kamerale Buchhaltung ablöst - sind aktuell in der Stadtverwaltung zu erbringen. Aufgrund einer Duldungszusage durfte Zerbst die Doppik-Einführung noch einmal um ein Jahr auf den 1. Januar 2015 verschieben.

In der Bauverwaltung werden über das Programm Eagle-Eye (Adlerauge) sämtliche Straßen und Wege erfasst. Erste Zahlen stehen schon fest. So gibt es in der Kernstadt insgesamt 167 Straßen, in den Orten sind es 232. Diese fließen in das Straßenbestandsverzeichnis ein. Ziel ist, ein Straßenmanagement aufzubauen, von dem sich die Verwaltung eine erhebliche Erleichterung zur Entscheidung für künftige Haushalte verspricht: Welche Straße muss wann gemacht werden?

Die Feldwege müssen nach Auskunft von Bernd Köhler, Leiter Bauverwaltung, vor Ort angeschaut werden. Dazu sind auch Entscheidungen zu treffen: Soll der Weg öffentlich bleiben oder besteht kein Bedarf? Muss der Weg noch gewidmet werden? Bis zum Jahresende sollen alle Straßen und Wege erfasst sein.

Zu zählen, was vorhanden ist, reicht aber nicht aus. Alle Objekte vom Telefongerät über die Gebäude bis hin zu den Straßen müssen auch bewertet werden. "Zusätzlich neben der Arbeit, die die Verwaltung so und so zu erledigen hat", wie Bernd Köhler anmerkte.

Und das betrifft nicht allein die Bauverwaltung. So muss beispielsweise auch ein Baumkataster erarbeitet werden. Bis konkrete Zahlen vorliegen, wird noch Zeit vergehen. "Wir wissen noch lange nicht, für wie viele Bäume die Stadt Zerbst verantwortlich ist", sagte Kerstin Gudella, Leiterin des Ordnungsamtes, auf der jüngsten Sitzung des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses. Parallel dazu müssten auch alle Grünflächen erfasst werden.

Immerhin steht die Stadt Zerbst neben der Doppik-Vorbereitung nicht auch noch in Zugzwang, einen neuen und für die gesamte Einheitsgemeinde gültigen Flächennutzungsplan aufzustellen. Das wäre "mit einem erheblichen finanziellen Aufwand" verbunden, sagte Heike Krüger, Leiterin des Amtes für Liegenschaft und Stadtplanung. Aber im Moment drängele der Landkreis Anhalt-Bitterfeld nicht.