Der Stadtrat von Möckern hat in seiner Sondersitzung am Donnerstagabend wie erwartet sein "gemeindliches Einvernehmen" zum Bau von Windkraftanlagen bei Rosian einstimmig verweigert.

Möckern l Als Begründung für die negative Stellungnahme nannte Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly die nicht ausreichend gesicherte Erschließung der bei Rosian geplanten Windkraftanlagen. Laut Plänen der Windpark Rosian GmbH mit Sitz in Genthin sollen südlich von Rosian und Isterbies auf 315 Hektar 23 Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von á 2,35 MW und einer Höhe von 184,38 Metern errichtet werden. "Es liegen keine gewidmeten Wege bis zu den betroffenen Grundstücken an und es ist auch nicht bekannt, dass der Antragsteller mit Grundstückseigentümern Regelungen zur Baulast getroffen hat", führte der Stadtchef aus.

Als "unvollständig" bezeichnete Frank von Holly die vom Antragsteller eingereichten Unterlagen bezüglich möglicher Schäden für Naturschutz und Landschaftspflege. Welchen Einfluss die Nachbarschaft von vier Schutzgebieten in der Nähe zum geplanten Windpark für das Projekt habe, liegt nach Ansicht der Stadtverwaltung beim Landkreis als fachliche Genehmigungsbehörde.

Für die Skeptiker eines weiteren Windanlagenparks in der Region meldete sich in der Einwohnerfragestunde der Loburger Dr. Christoph Kaatz zu Wort: "Ich möchte dem Stadtrat für seine einstimmige Entscheidung bedanken. Damit wurde dem Wunsch der Bevölkerung Rechnung getragen. Wir haben in Sachsen-Anhalt schon jetzt doppelt so viele Anlagen wie der Rest von Deutschland. Es reicht jetzt wirklich. Einige sensible Räume kann man da mal aussparen." Seitens der anwesenden Bürger im Stadthallenfoyer gab es für diese Worte Applaus.

Frank von Holly: "Verminderte Förderung ändert gar nichts"

Mit Blick auf die derzeitige Diskussion um eine Absenkung der Förderung von regenerativen Energien warnte Bürgermeister von Holly vor falschen Rückschlüssen: "Die öffentliche Wahrnehmung bisher war, dass der durchschnittliche Einspeisepreis von 17 Cent auf zwölf Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden soll. In den Jahren 2000 bis 2013 lag zwar der durchschnittliche Einspeisepreis bei 17 Cent, aber der tatsächliche Einspeisepreis für das Jahr 2013 selbst lag schon bei 12,7 Cent. Das bedeutet, die nun angekündigte Absenkung auf zwölf Cent entspricht gerade mal fünf Prozent. Diese für Windkraftbetreiber überschaubare Mindereinnahme wird zu keiner Veränderung führen."