Die Vorschläge der Stadt Zerbst zum Entwurf des Regionalen Entwicklungsplanes lagen dem Bau- und Stadtentwicklungsausschuss vor. Die Ausschussmitglieder ergänzten die Vorlage aus der Verwaltung um eigene Ideen.

Zerbst l Bis heute hat die Stadt Zerbst Zeit, ihre Anregungen zum Regionalen Entwicklungsplan bei der Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg einzureichen. Der Plan beschäftigt sich vor allem mit der Entwicklung der Raumstruktur. Kulturlandschaften sind hier das Stichwort. Eine Rolle spielt zudem die Entwicklung der Standortpotenziale und der technischen Infrastruktur. Das umfasst Vorranggebiete für Industrie und Gewerbe genauso wie den Verkehr, Energie sowie Wissenschaft und Forschung. Als drittem Faktor gilt auch der Entwicklung der Freiraumstruktur das Augenmerk. Dieser Punkt beschäftigt sich mit so unterschiedlichen Zielen wie Rohstoffsicherung, militärischer Nutzung, Hochwasserschutz, Land- und Forstwirtschaft oder Tourismus und Erholung.

Unter der Überschrift Wirtschaft betont die Stadt Zerbst ihre Funktion als Mittelzentrum und damit als Versorger an Waren, Dienstleistungen und Infrastrukturangeboten, die die umgebenen Orte nicht leisten können.

Zerbst als Mittelzentrum und wichtiger Logistikstandort

Wichtig ist es der Stadt darüber hinaus, als Logistikstandort wahrgenommen zu werden. Schließlich grenzten Gewerbebetriebe, in denen Lebensmittel hergstellt und verteilt werden, wie Nordfrost, Allfein Feinkost, Zerbster Spezialitäten Fleischwaren und die Spedition Harry Meier direkt an Bundes- oder Landesstraßen. Für Volker Leps (FDP) ging die Aufzählung nicht weit genug. Er schlug vor, auch ATB Lindau zu berücksichtigen.

In Sachen Rad- und Fußverkehr setzt sich die Stadt ein, dass nicht nur Elberadweg und Europaradweg Berücksichtigung finden, sondern auch der Flämingweg und die Radroute Vorfläming "als regional bedeutsame Radwege" und der Lutherweg als "regional bedeutsamer (Pilger-)Weg". Helmut Seidler (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses, regte an, den Bau eines straßenbegleitenden Radweges entlang der B 184 zwischen Zerbst und Gommern aufzunehmen. "Der würde unserem Radtourismus gut tun."

Claus-Jürgen Dietrich (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich dafür aus, den Absatz zur B 187a zur Ortsumgehung Aken-B 184 mit Elbquerung aus der Stellungnahme zu streichen und in einem neuen Absatz das Gegenteil zum Ausdruck zu bringen: Dass die Brücke ökologisch und ökonomisch nicht sinnvoll sei, auf den Bau im Biosphärenreservat verzichtet werden sollte. Wenn man eine bessere Verbindung über die Elbe schaffen wollte, dann sollten die Fährzeiten verlängert werden, vertrat Claus-Jürgen Dietrich seinen Standpunkt.

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) hakte ein, dass gerade der im Entwurf gedruckte Absatz die jüngste Stellungnahme des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses widerspiegele. Helmut Seidler argumentierte, dass man bei der Elbbrücke nicht nur an die andere Seite des Flusses denken sollte, sondern beispielsweise auch an die sich darüber hinaus bietenden Straßenverbindungen.

Dem Hochwasserschutz wird viel Platz eingeräumt

Mit seinem Antrag konnte sich Claus-Jürgen Dietrich nicht durchsetzen. Die große Mehrheit votierte dafür, die Forderung nach der Elbbrücke beizubehalten.

Großen Platz räumt die Stadt Zerbst in ihrer Zuarbeit zum Regionalen Entwicklungsplan dem Hochwasserschutz ein. So wird unter anderem gefordert, dass vor der konkreten Festsetzung von Überschwemmungsgebieten die Abstimmung mit LHW, Stadt, den Eigentümern und Nutzern stehen muss. Zudem dürfe auch im Gewässerentwicklungskonzept für die Nuthe der Hochwasserschutz nicht außer Acht gelassen werden.

Auch im Bereich Tourismus und Erholung bietet die Stadt diverse Ergänzungen an. Das betrifft Katharina II. als "touristisches und historisches Alleinstellungsmerkmal", den Naturpark Fläming als Vorbehaltsgebiet. Die Burganlage Lindau und der Info-Punkt Garitz wurden von Helmut Seidler um die Wasserburg Walternienburg und die "Luther/Melanchthon-Geschichte" ergänzt. "Was wir hier alles an authentisch geschichtlich Zugetragenem haben."

Das Umweltzentrum Ronney und die Radfahrerkirche Steckby werden nach Vorschlag von Volker Leps ebenfalls berücksichtigt.

Mit den Ergänzungen votierte der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss bei einer Gegenstimme für die Vorlage aus der Stadtverwaltung.