Für den Truppenübungsplatz Altengrabow war das Jahr 2013 ebenso erfolg- wie ereignisreich. Zu diesem Fazit kam der Leiter des Truppenübungsplatzes, Hauptmann Olaf Langkawel, in seiner Neujahrsansprache beim Festempfang in Loburg.

Loburg/Altengrabow l Seit dem 1. Januar ist Altengrabow wieder ein vollwertiger Truppenübungsplatz. "Zwar kennen wir unseren künftigen Auftrag immer noch nicht, an dem Konzept wird noch gearbeitet, aber es geht auch so schon weiter", so der Bundeswehrvertreter in seinem Rückblick auf 2013 und dem Ausblick auf das Jahr 2014. Erstmals seit dem Jahr 2007 konnte die Artillerie im März wieder schießen, es folgten Übungen anderer Streitkräfte, so etwa aus Belgien.

"Wir werden künftig mehr Personal haben, wir werden wieder Kommandantur heißen und einen Kommandanten haben, und der wird mit Vornamen Major oder Oberstleutnant heißen."

Hauptmann Olaf Langkawel

"Im Luftraum über Altengrabow war also wieder einiges unterwegs", summierte Langkawel auf: "155-mm-Geschossen, Beobachtungsdrohnen und Hubschrauber sowie die gute alte Transall mit einigen Fallschirmspringern. " An den Loburger Vogelkundler und Storchenhofvorsitzenden Dr. Christoph Kaatz gewandt, sagte Langkawel: "Durch diesen Flugbetrieb haben wir wenig Interesse an den geplanten Windkraftanlagen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Platz. Da sprechen wir eine Sprache." Der Applaus im Saal der Sekundarschule Loburg machte klar, dass diese Sprache auch andere im Raum Loburg sprechen.

Auch für das Jahr 2014 deutet sich eine intensivere Nutzung des Truppenübungsplatzes an. "Der zahlenmäßige Aufwärtstrend hält an, die Truppe hat Altengrabow für sich entdeckt", so der Hauptmann. Dies läge nicht zuletzt daran, dass die Menschen in der Region den Betrieb ertragen: "Dafür vielen Dank", so Olaf Langkawel.

Das Attribut "vollwertiger Truppenübungsplatz" bedeutet, der Schießbetrieb ist ohne Einschränkung durchführbar. Wegen der noch ausstehenden Konzeption stehe der konkrete Auftrag auf dem Platz derzeit noch nicht fest, also auch noch nicht, wer künftig "Hauptkunde" auf dem Platz sein werde: "Wird es wieder richtig laut oder wird nur geflogen? Wir wissen es nicht."

Erwartet werden im Jahr 2014 wieder Truppenteile aus Belgien und den Niederlanden.

"Der Schwerpunkt dürfte aber unsere eigene Umstrukturierung sein." Die Struktur der Truppenübungsplätze in Deutschland werde überarbeitet, das bedeute auch für Altengrabow deutliche Veränderungen. "Wir werden künftig mehr Personal haben, wir werden wieder Kommandantur heißen und einen Kommandanten haben, und der wird mit Vornamen Major oder Oberstleutnant heißen." Verbindliche Entscheidungen und bezahlbare Modelle stehen aber noch aus.

"Von der mehrere Hektar großen Mülldeponie wurden 22 Tonnen Munition, 32 Tonnen ölhaltige Abfälle und Chemikalien entsorgt."

Hauptmann Olaf Langkawel

Der Truppenübungsplatz Altengrabow wird sich künftig vermehrt auch als Arbeitgeber präsentieren. Das betrifft nicht nur den Dienst als Soldat. Auch andere Jobs sind möglich. Mit 66 Mitarbeitern ist das Bundeswehrdienstleistungszentrum Burg größter Arbeitgeber auf dem Platz. Weiterhin seien einige Dienststellen noch nicht besetzt. "Wir hoffen auf weitere Einstellungen und - wir sind auch Ausbildungsbetrieb", erinnerte Hauptmann Langkawel. Der zuletzt geltende Einstellungsstopp sei mehr oder weniger aufgehoben.

Zwar sei die Standortsfeuewehr zuletzt um vier Feuerwehrleute angewachsen, dennoch fehlen für die neue Struktur auch hier weitere Mitstreiter.

Im zurückliegenden Jahr waren auf dem Truppenübungsplatzgelände insgesamt 160 Hektar qualifiziert von Munition und Altlasten beräumtworden. Im Dezember war im Norden damit begonnen worden, weitere 400 Hektar zu beräumen. Das geschätzte Kostenvolumen gab Hauptmann Langkawel mit 4,5 Millionen Euro an. Er erinnerte daran, dass diese Ausgaben nur mit einem hohen Gefährdungspotential gerechtfertigt werden könne: "Der Truppenübungsplatz ist daher weder Freizeitpark noch Kinderspielplatz."

Auch die letzte verbliebene große Hausmülldeponie russischer Truppen wurde im zurückliegenden Jahr beräumt: Sie befand sich in der Liegenschaft Rosenkrug nördlich des Truppenübungsplatzes, also außerhalb. Umso schwerer wiegt, was dort alles entsorgt werden musste: "Von der mehrere Hektar großen Mülldeponie wurden 22 Tonnen Munition, 32 Tonnen ölhaltige Abfälle und Chemikalien entsorgt. Dazu kamen 300 Tonnen Schrott und 25 Tonnen Altreifen." Die Gesamtkosten für die Beräumung und Rekultivierung gab Hauptmann Langkawel mit 1,8 Millionen Euro an.

Dritte Säule des Betriebes auf dem Truppenübungsplatz stellt die Bundesforst nördliches Sachsen-Anhalt dar. Zu deren Aufgaben gehört es bei den Truppenübungsplätzen etwa auch, die Waldbestände in den Randbereichen derart zu gestalten, dass die Bäume großkronig, tiefverastet und mehrschichtig wachsen. Auf diese Weise entsteht eine Waldpufferzone, welche die Bewohner in den angrenzenden Ortschaften vor Lärm, Staub und Sichtbelästigung schützen sollen.

Nachwuchs vermeldete Langkawel bei den Wölfen auf dem Bundeswehrgelände: Acht Welpen konnten im Jahr 2013 nachgewiesen werden.