Güterglück (pwi) l Es war Freitagnachmittag, zwischen 13 und 15 Uhr. "Das habe ich noch nie erlebt", so Lutz Jacobsen aus Güterglück. Ein Winterdienstfahrzeug rauschte vorbei. Der fuhr so schnell, dass es bei den Jacobsens hoch an die Fassade spritzte.

Bis hinauf zu den Stallfenstern, die ganze Front, das neue Tor. Noch am Montag waren die Reste an den hellen Klinkern zu sehen. Übers Wochenende war alles angefroren. Nur das Tor hatte die Familie halbwegs gesäubert. Auch sind die Salzreste am Sockel zu erkennen, die mit dem Matsch und dem Dreck die Wände herunterrutschten.

"Man tut alles, dass es vernünftig aussieht, und dann so eine Sauerei", schimpfte Lutz Jacobsen. Man könne doch wohl erwarten, dass sinnig gefahren wird, damit das Zeug nicht in hohem Bogen an die Häuser spritzt. Seit 40 Jahren sei das das erste Mal, dass so etwas passiert ist.

Die anderen Anwohner in der Bahnhofstraße in Güterglück sind besser dran, sie haben Vorgärten. Die Gebäude der Jacobsens fangen jedoch gleich am Fußweg an. Außerdem ist das Gefälle der Straße zu ihrer Seite abschüssig, so dass sich auch noch alles, was flüssig ist, ansammelt. Auf seinen Anruf bei der Straßenmeisterei gab es keine Reaktion, keiner der sich das anschaute, keine Entschuldigung...

"Eigentlich sind unsere Fahrer belehrt und so erfahren, dass sie in Ortschaften nur mit minimaler Geschwindigkeit fahren", so der Leiter der Straßenmeisterei in Zerbst, Jan Düben.

Solche Probleme gebe es allerdings überall mal wieder. Das sei ärgerlich und bedauerlich. Auch wenn von seiner Seite die Leute belehrt seien, könne er natürlich nicht seine Hand für jeden einzelnen ins Feuer legen.

Auch die Leiterin der Kreisstraßenmeisterei Anhalt-Bitterfeld, Ute Petzold-Sanyang kennt solche Vorfälle. "Wir sagen das unseren Fahrern auch", erklärte sie. Manchmal gebe es allerdings eine ganz schöne Verdrängung des Materials auf den Straßen.