Dessau-Roßlau l Wer kennt sie nicht, "Max und Moritz", die wohl bekannteste, 1865 erstveröffentliche Bildergeschichte von Wilhelm Busch? Nach Wilhelm Busch (1832-1908) und dem Komponisten Karl Adolf Lorenz (1837-1923) hat Silke Wallstein eine Kinderoper geschaffen, die am Donnerstag, 30. Januar, um 18 Uhr im Dessauer Alten Theater uraufgeführt wird.

"Wir haben aus dem Originaltext von Busch und den von Lorenz aus bekannten Opern für vier Streiche zusammengebauten Kompositionen für Singstimme und Klavier eine neue theatralisch musikalische Stückefassung geschaffen", erzählt Silke Wallstein, die auch die Uraufführung inszeniert.

Diese Geschichte, die von drei in verschiedenen Rollen auftretenden Spielern mit vervielfältigen und überraschenden künstlerischen Mitteln erzählt wird, ist ganz nah am Originaltext und zieht sich über alle sieben Streiche.

Als Darsteller agieren Alexandra Joel, Anne Weinkauf und Stephan Biener, alle drei Mitglieder des Opernchores des Anhaltischen Theaters Dessau.

Silke Wallstein findet Musiktheater schön, liebe es aber ebenfalls, wenn "mehrere Elemente und Sparten miteinander verzahnt" sind. "Das können unsere Gäste (laut Programm, ,Lausejungs und -mädchen ab sechs Jahren sowie natürlich jung gebliebene Erwachsene\') selbst erleben", macht die Regisseurin neugierig. Es werde jedenfalls flott zur Sache gehen.

"Als Kind mochte ich die Max-und-Moritz-Geschichten eigentlich gar nicht."

Silke Wallstein

Den musikalischen Background schafft ein Bläser-ensemble der Anhaltischen Philharmonie unter Leitung von Wolfgang Kluge mit Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Trompete und Posaune.

Die Regisseurin, die bei der Stücke-Entwicklung eng mit der Dramaturgin Sophie Walz zusammenarbeitet, verspricht "Freude und Vergnügen", obwohl die Streiche genaugenommen fast kriminelle Handlungen sind.

Das Opernteam möchte den Fokus jedoch insbesondere auf die von Busch verbreitete Kraft und Lebensfreude richten. Die Zuschauer werden angeregt, mit sprühender Fantasie zu erleben, was da alles auf der Bühne geschieht, wie man kreativ "Zeug, was da so rumliegt" zum Leben erwecken kann.

Die neugeschaffene Kinder- oper ist zeitlos angelegt. Das Bühnenbild stammt von Jan Steigert und wurde von Nicole Bergmann und Nancy Ungurean spezifiziert. Die Kostüme, die an die Busch-Ästhetik angelehnt sind, schuf Katja Schröpfer.

"Als Kind mochte ich die Max-und-Moritz-Geschichten eigentlich gar nicht", erinnert sich Silke Wallstein. Gegenwärtig schwankt ihr Lieblingsstreich zwischen dem über Lehrer Lämpel und dem um Onkel Fritz.

Die Regisseurin studierte an der Hochschule für Schauspiel in Rostock. Seit 1995 ist sie als freischaffende Regisseurin, Schauspielerin und Theaterpädagogin tätig.

Die Dessauer Theaterbesucher kennen Silke Wallstein von einem sechsjährigen Engagement am Anhaltischen Theater. Darüber hinaus ist sie in verschiedenen Häusern mit Gastrollen zu erleben, wirkte unter anderem am Kurt Weill Fest Dessau und den Halleschen Händelfestspielen mit.

Im März 2012 inszenierte Silke Wallstein am Anhaltischen Theater Dessau die Uraufführung der Kinderoper "Oskar und die Groschenbande".