Zerbst l Aus zehn Vorhaben, die im Haushaltsplan 2014 der Stadt Zerbst nicht berücksichtigt werden konnten, sollte der Haupt- und Finanzausschuss auf seiner jüngsten Sitzung eine Prioritätenliste bilden. Also: Welches Projekt sollte verwirklicht werden, wenn ein anderes, fest eingeplantes Vorhaben wegbricht oder wider Erwarten noch Geld zur Verfügung steht? Eine verbindliche Liste entstand in der Diskussion noch nicht.

Aus Sicht der FDP-Fraktion, die Steffen Grey vortrug, hat das Salzlagersilo des Bauhofes in Lindau die höchste Priorität vor dem ländlichen Wegebau zwischen Buhlendorf und Schora und dem Zuschuss zu Stark III für die Lindauer Kita.

Das Salzlagersilo bringe mehrere Vorteile mit sich, erklärte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) auf Nachfrage von Birgit Jacobsen (FFZ). So könnten beim Einkauf des Salzes günstigere Preise als bei kleineren Abpackungen erzielt werden, die Fahrzeuge ließen sich schneller bestücken und für die Bauhofmitarbeiter verbesserten sich die Arbeitsbedingungen.

Birgit Jacobsen sah für ihre Fraktion den ländlichen Wegebau zwischen Buhlendorf und Schora "weit vorn". Bernd Köhler, Leiter Bauverwaltung, betrachtete den Wegebau ebenfalls als "dringend notwendig", weil die Strecke als Abkürzung zur B 184 genutzt wird. Da der ländliche Weg vor 20 Jahren das erste Mal ausgebaut wurde, bestehe keine Zweckbindung mehr.

Was Stark III für die Kita Lindau anbetreffe, könne der Stadtrat das Vorhaben immer nach vorn rücken, stände in Aussicht, das Zerbst von Fördermitteln profitieren könnte, teilte Evelyn Johannes, Leiterin der Finanzverwaltung, mit.

Sehr intensiv diskutierten die Hauptausschussmitglieder über einen Spielplatz für den kleinen Ortsteil Mühlsdorf. Dieser taucht weder im noch zu beschließenden Haushaltsplan 2014 noch auf der Prioritätenliste auf. Andreas Dittmann wies darauf hin, dass der Spielplatz nicht allein eine Investition sei, sondern künftig auch der Reinigung und Aufsicht des Bauhofes bedürfe, also kontinuierlich Kosten verursache.

Ob es nicht möglich sei, beispielsweise zwei Geräte von einem anderen Spielplatz umzusetzen, erkundigte sich Silke Hövelmann (SPD). Aber auch bei diesem Vorschlag blieb der Zerbster Bürgermeister bei seinem Argument der Folgekosten. Die Stadt mache nichts zu, dann könne sie auch nichts Neues aufmachen, erklärte er seinen Standpunkt.

Das Umsetzen von Spielgeräten bedeute einen großen Aufwand und sei auch arbeitsschutztechnisch schwierig, sagte Ralf Müller (CDU), der Boner Ortsbürgermeister und Zerbster Stadtrat in Personalunion ist. Er erneuerte das Angebot, dass der Förderverein der Feuerwehr für die Pflege des Spielplatzes Sorge trage.

Steffen Grey (FDP) wollte das Engagement unterstützen und den Spielplatz auf die Liste setzen. Daraus ergab sich jedoch für einige Ausschussmitglieder die Frage, wer die Haftung und letztlich auch die regelmäßigen Kosten des TÜV übernehme.

Elard Schmidt (FFZ, Ortsbürgermeister in Reuden) lehnte es ab, dass die Stadt für einen privaten Spielplatz Geld zur Verfügung stellt.