Zerbst (jkd) l "Der Winter ist auch auf dem Arbeitsmarkt angekommen", fasst Sabine Edner, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg, die Arbeitsmarktsituation im Januar mit einem Satz zusammen.

"Der Zuwachs bei der Arbeitslosigkeit lässt saisonale Effekte spürbar werden. Dies war zu erwarten, da der 31. Dezember als Jahresendkündigungstermin zu einer verstärkten Freisetzung von Arbeitskräften führt. Natürlich spielen auch witterungsbedingte Einflüsse eine große Rolle. So haben die vergangenen Wochen zu einem Einbruch bei den Außenberufen, besonders im Baugewerbe und im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung, geführt", so Edner weiter. Bei den verschiedenen Personengruppen waren die Männer am stärksten betroffen, da die Anzahl der arbeitslos gemeldeten Männer um 18 Prozent anstieg. Das lasse sich auf die Baubranche und die klassische Rollenverteilung in der Berufswelt zurückführen.

Die Arbeitslosenquote für die Geschäftsstelle Zerbst beträgt 11,4 Prozent. 1391 Personen waren arbeitslos gemeldet, darunter 109 Jugendliche. Deren Jugendarbeitslosenquote liegt bei 10,2 Prozent. Im Vergleich zum Landkreis Anhalt-Bitterfeld steht Zerbst weiterhin gut da. Dort lag die Arbeitslosenquote bei zwölf Prozent (10 847 Arbeitslosgemeldete). Im Januar 2013 lag sie noch bei 13,4 Prozent. Während im Bereich Zerbst 34 Stellenangebote und damit elf mehr als im Vorjahresmonat gemeldet wurden, waren es in ABI mit 164 Stellen 53 weniger als im Januar 2013.

Doch trotz des saisontypischen Anstiegs der Arbeitslosigkeit zieht Edner eine positive Monatsbilanz: "Die Zahl der Arbeitslosen lag im Geschäftsbereich mit knapp 1900 Personen unter der des Vorjahresmonats und auch die Zugänge aus Erwerbstätigkeit verringerten sich im Vorjahresvergleich."

"Mit dem Frühlingsbeginn wird die Arbeitslosigkeit im März und April wieder sinken und die Demografie wird auch in diesem Jahr weiterhin spürbar als Entlastungsfaktor auf dem Arbeitsmarkt wirken", erläutert Edner, den Blick auf das gesamte Jahr 2014 gerichtet.

Derzeit werden insbesondere in den Branchen verarbeitendes Gewerbe (70 Stellen), Handel und Kfz-Bereich (35), Gesundheits- und Sozialwesen (38), und im Bereich der Zeitarbeit (94) neue Mitarbeiter gesucht.