Zerbst (mla) l Die Arbeiten im Waldfrieden an der Biaser Straße sind so gut wie abgeschlossen. Gestern Mittag waren Selbstwerber noch damit beschäftigt, ihren Holzanteil auf Länge zu sägen und abzutransportieren. Ein anderer Nutzen als Brennholz kann aus den vorwiegend Buchen nicht mehr gezogen werden. "Die Qualität der Bäume ist nicht mehr sehr hoch, weil sie schon am Absterben sind", erklärt Revierleiter Dietmar Schleth.Dazu kommt, dass das Holz nicht selten Splitter aus dem Beschuss im Zweiten Weltkrieg aufweist.

Die ältesten Bäume seien 270 Jahre alt, die Buche habe aber nur ein Umtriebsalter von etwa 200 Jahren. Dann werden sie anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Besonders heimtückisch ist die Weißfäule. Befällt sie eine Buche, kippt der Baum früher oder später einfach um. Besonders in unmittelbarer Nähe des Spielplatzes, aber nicht nur dort, hat der Revierleiter deshalb ein besonderes Auge für den Zustand der Bäume.

Jährlich werden in Absprache mit der Stadt Zerbst zwischen 30 und 40 Bäume im Waldfrieden gefällt. Das entspricht 150 bis 200 Raummetern Holz.

Sorgen, dass das 40 Hektar große Waldstück am Zerbster Stadtrand in naher Zukunft kahl dasteht, muss sich jedoch keiner machen. Über Naturverjüngung kommen neue Buchen nach. "Sobald die mehr Licht bekommen, wachsen sie deutlich schneller", fügt Dietmar Schleth hinzu.

Nicht zuletzt ist auch der Naturschutz im Waldfrieden zu beachten. Zehn Fledermauskästen sind angebracht worden. Darüber hinaus suchen sich die Tiere Höhle in den Bäumen, in denen Spechte Vorarbeit geleistet haben.

Mit dem Fällen war vor zwei Wochen durch eine Fachfirma begonnen worden. Die Arbeiten sind so gefährlich, dass diese Aufgabe nur Fachleute übernehmen dürfen.

Auch wenn der Waldfrieden seit 2008 kein Park mehr ist sondern ein Wirtschaftswald, legen Stadt und Revierleiter großen Wert auf seine Verkehrssicherheit. Die Zerbster nutzen den Wald ausgesprochen gern. Allerdings auch wenn Flatterband und Hinweisschilder "Holzfällarbeiten. Achtung Lebensgefahr!" und Hinweise der Stadt ausdrücklich das Betreten verbieten. Bei den diesjährigen Fällarbeiten sind trockene Äste bis zu 50 Meter weit geschleudert worden.

Nach dem Fällen konnten Selbstwerber das Holz für sich als Brennholz gewinnen. Die Interessenten mussten alle Arbeitschutzvorschriften erfüllen, also sowohl Schnittschutzhosen etc. tragen, als auch den Nachweis erbringen, dass sie einen Lehrgang mit der Motorkettensäge absolviert haben.