Im Bereich der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zu 2012 um 983 auf 22 984 Personen. Die Agentur sieht sich immer stärker bei der Beschaffung von qualifiziertem Personal gefordert.

Zerbst/Dessau l "Demografie, Fachkräftepotenzial und eine verhaltene Nachfrage am Arbeitsmarkt sind nur drei Schlagworte, die die Arbeitsmarktsituation 2013 widerspiegeln", beschreibt Sabine Edner, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg, rückblickend das Jahr 2013.

2013 habe die regionalen Arbeitsmarktakteure, wie Arbeitsagentur, Kammervertreter, Hochschule Anhalt, die Landräte und Oberbürgermeister, dichter zusammengebracht. Vor einem Jahr wurde ein Lenkungsausschuss gebildet, um den Fachkräftebedarf in der Region zu sichern.

Das Jahr 2013 war nach den Solar-Einbrüchen 2012 besonders durch das Juni-Hochwasser geprägt. "Die von der Naturkatastrophe betroffenen Unternehmen blieben zurückhaltend, wenn es darum ging, die einst freien Stellen jetzt zu besetzen." Stattdessen setzte ein umfassender Kurzarbeit-Beratungsbedarf ein. "Mit der Gewährung des Kurzarbeitergeldes für die vom Hochwasser unmittelbar und mittelbar betroffenen Betriebe konnten die Folgen für den Arbeitsmarkt im großen Maße abgefedert und Arbeitslosigkeit vermiedenwer- den", erklärt Edner. Die Schadensbeseitigung nach dem Hochwasser habe allerdings keine stärkere Beschäftigung bei den relevanten Firmen geführt.

Mit knapp 28 000 Beschäftigten sind im verarbeitenden Gewerbe die meisten Arbeitnehmer beschäftigt. Weitere Haupt-Branchen sind: Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz (11 000 Beschäftigte), Gesundheits- und Sozialwesen (9 500), Baugewerbe (8 500), öffentliche Verwaltung (6 900), Lager/Logistik (6 400), Hotel- und Gaststättengewerbe (über 2 000), Land- und Forstwirtschaft (2 500 ). Die Branchenvielfalt wirke sich in der Region insgesamt stabilisierend aus, so Edner.

Im Jahresdurchschnitt 2013 waren 22 984 Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das waren 984 Personen weniger als im Jahresdurchschnitt 2012. Interessant auch: 52 200 Personen meldeten sich 2012 neu arbeitslos, knapp 1000 mehr fanden neue Beschäftigung.

Besonders junge Menschen fanden im Jahr 2013 in der Regel schnell wieder eine neue Beschäftigung. Durchschnittlich waren 1934 junge Menschen ohne Beschäftigung, 199 junge Erwachsene weniger als vor einem Jahr. Umgekehrt ist die Entwicklung bei den Arbeitslosen über 50 Jahre, von denen es 2013 insgesamt 8 499 Personen gab. Gegenüber dem Jahr 2012 entsprach dies einer Steigerung um 69.

Fast unverändert zu 2012 blieb die Anzahl der Langzeitarbeitslosen. Die Geschäftsführerin machte andererseits auf das rückläufige Arbeitsplatzangebot aufmerksam. Zugleich verwies sie auf das auch in dieser Region gestiegene Bruttoarbeitseinkommen von Vollzeitbeschäftigten um acht Prozent gegenüber 2010 (siehe Grafik). "Wir sind nicht das klassische Niedriglohngebiet, als das wir häufig dargestellt werden, wenn auch natürlich Unterschiede zu vielen Alt-Bundesländern bestehen."

Zu den Auswirkungen der geplanten Rentenreform befragt, musste Edner vertrösten. Derzeit werde erhoben, wieviele Arbeitnehmer für eine Verrentung nach 45 Arbeitsjahren infrage kämen und welche Folgen dies für den Arbeitsmarkt haben würde.