In Deetz feiern die Bürger im August das 700-jährige Bestehen ihres Ortes. Vermutlich ist Deetz aber viel älter. Nur der Beweis fehlt.

Deetz l Am 17. Juli 1314 wird in einer Urkunde der Ort Deetz erstmals urkundlich erwähnt. In diesem Jahr jährt sich diese Erwähnung zum 700. Mal. Dennoch gibt es Zweifel, ob der Ort nicht viel älter ist, sagt Ortsbürgermeister Ulrich Weimeister. Als Beweis dient ihm die Kirche im Ort. "Sie ist nachweislich um 1180 erbaut worden", hat er sich erkundigt. Nur offiziell gibt es keinen Beleg, dass das Gotteshaus damals eingeweiht wurde. Meist finden sich dafür Belege, wenn eine neue Kirche geweiht wurde, sagt der Ortschef.

Die Slawen haben den Ort einst gegründet. Viele Jahrhunderte vor der ersten Erwähnung muss es Deetz schon gegeben haben. Die Lage ist ideal. Fruchtbare Ackerböden und ein kleines Fließgewässer machten Deetz zu einem idealen Siedlungsort. Über Jahrhunderte bestimmte der Ackerbau bis in die heutige Zeit das Leben in Deetz.

Und so blieb die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren relativ konstant. Rund 700 Bürger leben heute in der Ortschaft. Vom 15. bis zum 17. August wollen die Bürger das runde Jubiläum ihres Ortes feiern. Ein Festkomitee hat sich mit den Vorbereitungen schon beschäftigt. Inhaltlich stehe das Programm, sagte der Ortschef. Am Freitag, dem 15. August, soll es einen Vortragsabend zur Geschichte des Ortes geben. Alle aktuellen Erkenntnisse über die vergangenen Jahrhunderte sollen dabei der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Deetz hieß ursprünglich Detitz, was Kind oder Großvater bedeuten könne, sagt Ulrich Weimeister. Der Name geht auf die Slawen als erste Besiedler zurück. Die Slawen wurden später verdrängt. Ursprünglich siedelten sie bis an die Elbe und verloren dann gegen die Germanen viele Siedlungen. Im Laufe der Zeit wurden sie verdrängt. In den kommenden Wochen will der Ortsbürgermeister einen Spendenaufruf starten, um das Fest finanzieren zu können. Zusätzliche finanzielle Mittel werde es von der Stadt Zerbst für die Feierlichkeiten nicht geben, gibt er sich keinen Illusionen hin. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, dass die Veranstaltung finanzierbar sei, wenn sich das ganze Dorf und die Unternehmen an dem Projekt beteiligten.