Die zehn Wehrleiter im Landkreis Anhalt-Bitterfeld haben am Dienstagabend Heiko Bergfeld aus Deetz als künftigen Kreisbrandmeister vorgeschlagen. Die Position ist seit dem Sommer 2013 kommissarisch besetzt.

Zerbst/Bitterfeld l Heiko Bergfeld aus Deetz soll neuer Kreisbrandmeister werden. Dies bestimmten die zehn Wehrleiter des Landkreises Anhalt-Bitterfeld am Dienstag in geheimer Wahl. Für Bergfeld votierten acht Wehrleiter, für seinen Konkurrenten und bisherigen Kreisbrandmeister Matthias Winter aus Zörbig zwei.

Bereits am 28. Mai 2013 waren die Wehrleiter wegen der Bestimmung ihres Favoriten als künftigen Kreisbrandmeister zusammengetreten. Damals erbrachte die Abstimmung in zwei Wahlgängen jeweils fünf zu fünf Stimmen. Daraufhin zählten die Wehrleiter die hinter den beiden Kandidaten stehenden Ortswehren zusammen, was ein Übergewicht für Bergfeld ergab. Im Anschluss schlugen ihn die Wehrleiter als Kandidaten vor.

Allerdings erhob Matthias Winter hiergegen Widerspruch. Dies führte zur Beurteilung durch das Verwaltungsgericht. Das Gericht stellte fest, dass die Abstimmung tatsächlich nicht rechtskonform verlaufen sei. Die Wehrleiter hätten einen dritten Wahlgang absolvieren müssen. Hätte der erneut im Patt geendet, hätte der Kandidat per Losentscheid ermittelt werden müssen. Dies aber wollten alle Wehrleiter vermeiden.

Nunmehr setzten die zehn Wehrleiter die Wahl vom Mai 2013 fort, indem sie den dritten Wahlgang folgen ließen. Dieser endete mit acht zu zwei Stimmen für Bergfeld.

Landrat Uwe Schulze wird dem Vorschlag der Wehrleiter folgen und in Kürze die offizielle Ernennung vornehmen. "Es ist entschieden. Jetzt muss in der Sache gearbeitet werden: Retten, löschen, sichern, bergen. Das ist die Arbeit, die vor den Wehren liegt", sagte Schulze gestern.

Die Verzögerung habe Risse in der Kreisfeuerwehr offengelegt. "Die müssen sich unbedingt schließen. Da sind die Kameraden gefordert." Insbesondere mehrere anonyme Briefe hatten die Stimmung aufgeheizt.

"Einen Gerichtsprozess zu gewinnen ist das eine, eine Wahl zu gewinnen das andere. Ich akzeptiere natürlich das Votum der Wehrleiter", stellte Matthias Winter gestern klar. Er war seit 2007 Kreisbrandmeister in Anhalt-Bitterfeld, seine Amtszeit endete regulär im Juli 2013. Winter ist jüngst zum Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Zörbig gewählt worden. "Ich hatte geahnt, dass ich unterliegen werde." Zugleich bedauerte er, dass man so lange auf die Gerichtsentscheidung warten musste. "Diese sieben Monate haben der Kreisfeuerwehr nicht gut getan." Zugleich hat sein Widerspruch im Innenministerium zu einem Nachdenken über die Wahlprozedur geführt. "Vielleicht wird den Ortswehren künftig mehr Mitspracherecht eingeräumt."

Heiko Bergfeld selbst erklärte sich gestern "grundsätzlich zufrieden, dass dieses Abwarten nun zu Ende ist. Wir alle sollten das jetzt abhaken und nach vorn schauen. Kamerad Paulus hat seit Sommer 2013 als stellvertretender Kreisbrandmeister eine gute Arbeit geleistet, dafür gebührt ihm Dank. Wir haben aber große perspektivische Aufgaben vor uns. Darüber werden wir innerhalb der Wehren gemeinsam beraten, was wann wie angegangen wird."