Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter dem Heimatverein Zerbst. Bei dessen Jahreshauptversammlung zeigte sich auch, warum: Die Chemie stimmt und der Vorstand genießt das Vertrauen seine Mitglieder. Nun erneut für zwei Jahre.

Zerbst l Kulturfesttage, Stadtseniorenfest, Tag des offenen Denkmals, Tag der Vereine - es gibt wohl keine große Veranstaltung in Zerbst, an dem kein Mitglied des Heimatvereins aktiv ist, wenn nicht sogar der Verein als solcher. Irene Stephan, frisch wiedergewählte Vereinsvorsitzende, konnte diesen Eindruck am Donnerstagabend auf der Jahreshauptversammlung mit ihrem Jahresbericht für 2013 bestätigen. "Wir konnten unseren Plan in allen Punkten erfüllen."

Nicht weniger umfangreich sieht der Plan für das aktuelle Jahr aus. Erster Höhepunkt sind und bleiben die Kulturfesttage. Zwei Vorträge werden durch den Verein gestaltet - am 6. und 14. März (siehe Infokasten).

Im April - am oder um den 16. April herum - werden zudem zwei neue Tafeln eingeweiht. Im Ankuhn werden sie zukünftig an das Lindauer und das Siechentor erinnern. Die Entwürfe liegen bereits vor. "Natürlich werden wir auch am 16. April an der Gedenkveranstaltung zu Zerstörung der Stadt teilnehmen", fügte Dirk Herrmann hinzu.

Bis dahin sollen auch die neuen Roll-Ups fertig sein, mit denen der Heimatverein vor allem in den hiesigen Schulen präsent sein und die Zerbster Historie Schülern näher bringen will. Sechs Stück sind derzeit in Arbeit - beruhend auf den bislang genutzten historischen Tafeln - und "schon recht weit fortgeschritten", merkte Herrmann an.

Generell soll die Zusammenarbeit mit den Schulen intensiviert werden. "Wir müssen in die Klassen gehen und die Schüler dort abholen", merkte auch Schatzmeister Hans Schuch an.

Ältere Schüler sind zum Beispiel der Schlüssel, um in diesem Jahr am Tag des offenen Denkmals vier statt bisher drei Objekte zu öffnen. Neben dem Kiek in Pott, dem Heidetor und der Marienpforte soll auch die Kirche St. Marien im Ankuhn geöffnet werden. Erste Gespräche mit dem zuständigen Gemeindekirchenrat gab es schon. Ein Flyer dafür ist in Vorbereitung.

Zudem stellte der Heimatverein mehrfach seine historischen Gewänder zur Verfügung - unter anderem beim Umzug zur Feier von 800 Jahren Ankuhn, in dessen Festkommittee ebenfalls Vereinsmitglieder saßen und die Organisation mitgestalteten. Aber auch beim Sachsen-Anhalt-Tag in Gommern kamen diese zum Einsatz.

Doch auch das Vereinsleben wird nicht zu kurz kommen. Eine Tagesfahrt wird beispielsweise in die Stadt Südliches Anhalt führen - zur Synagoge in Gröbzig sowie ins Freibad Edderitz. Eine Halbtagesfahrt hat das Simonetti-Haus in Coswig zum Ziel. Dessen gleichnamiger Trägerverein ist - wie Dirk Herrmann - im vergangenen Jahr mit dem Landesdenkmalpreis ausgezeichnet worden. Auch Vorträge und Lesungen wird es wieder geben. Im März wird der Gegenbesuch vom Mitgliedern des Partnervereins aus Jever in Zerbst erfolgen. Die Vereinsmitglieder erhalten die Auflistung mit der nächsten Einladung.

Kopfzerbrechen bereit jedoch ein anderer Punkt. Durch die Bürgerarbeit konnte drei Jahre lang eine Bürobesetzung für den Verein finanziert werden. Diese Maßnahme läuft nun aus. "Es ist ganz toll, dass wir Frau Minz haben", betonte Irene Stephan und fragte Bürgermeister Andreas Dittmann, der Gast der Versammlung war, welche Möglichkeiten es gebe, diese Stelle zu erhalten. Dieser konnte leider nur darauf verweisen, dass momentan durch die Bundesregierung noch keine Stellungnahme erfolgte, ob dieses Programm weitergeführt wird. "Es ist alles offen."

Die abschließende Wahl des Vorstandes rundete den Abend ab. Das Vertrauen der Mitglieder in den Vorstand und die beiden Rechnungsprüfer spiegelte sich in einstimmigen Abstimmungsergebnissen wieder. Folglich ist der alte auch der neue Vorstand.