Zerbst l "Das ist natürlich der Blick auf die Jüdenstraße." Zahlreiche Anrufer wussten die Antwort des aktuellen Heimatfotorätsels. Darunter Harald Neupert. "Das große Gebäude war die Großbäckerei Genthin", erzählt der Zerbster. Hinter den Bäumen, somit auf der Aufnahme unsichtbar, lag die Lackiererei Uebe. Dort, wo heute noch die gepflasterte Auffahrt auf dieser Seite der Jüdenstraße liegt, lag einst die Lackiererei. "Als Lehrling habe ich einmal mit Kollegen dort ein Auto zum Lackieren hingeschoben", erinnerte er sich. "Und vor den Garagen gab es einst ,Fahrrad Müller`." An den erinnerte sich auch Detlef Teßmann. "Bei Fahrrad Müller wurde auch die Nähmaschine repariert", erinnert sich der Ankuhner.

Ina Morgenstern beispielsweise wohnte in einem der Wohnblöcke entlang der Breite und schaute so selbst einige Jahre aus dieser Perspektive auf die Jüdenstraße. "1992 sind wir dort eingzogen. Da stand die Bäckerei schon." Auch Martin Pruß und Sabine Heise wohnten einst in einem dieser Blöcke.

1960 zog Heinz-Jürgen Friedrich mit seiner Familie in den ersten Block an der Breite ein. "An den Garagen haben wir als Kinder immer gespielt." Die Großbäckerei sei aber erst später gebaut worden.

Wann genau? "Ich war dort Leiter - vom Anfang bis zum Ende." Volker Kunstmann erkannte die Aufnahme natürlich sofort. Aus etwa 30 Mitarbeitern bestand seine Mannschaft am Anfang. 1989 war das. "Die Kaufhallenbäckerei bestand aber nicht lange, nur etwa zehn Jahre." Um die Jahrtausendwende wurde die Bäckerei Genthin in der Jüdenstraße geschlossen, die Belegschaft musste nun nach Genthin pendeln. "In Zerbst war es ein schönes Arbeiten. Es war ja eine der modernsten Anlagen in der DDR." Auch Waltraut Bräse, Annemarie Gründer und Hermann Walk erkannten die Jüdenstraße.

Über den Gewinn eines Regenschirmes kann sich in dieser Woche Heinz-Jürgen Friedrich aus Zerbst freuen. Der Gewinn kann ab Montag in der Redaktion abgeholt werden.

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