Für Kinder ab fünf Jahren bietet die Zerbster Volksschwimmhalle Schwimmlernkurse an. Nach drei Wochen legen die meisten Jungen und Mädchen ihr Seepferdchen ab. Manche müssen jedoch erst ihre Wasserscheu überwinden.

Zerbst l Eine Bahn von 25 Metern Länge im zwei Meter tiefen Becken schwimmen und einen Tauchring aus dem schultertiefen Becken heraufholen: Das wollen die Jungen und Mädchen Ende des Monats schaffen, die am Montag ihren Schwimmlernkurs in der Zerbster Volksschwimmhalle begonnen haben. Drei Wochen lang lernen sie die richtige Technik von Michael Paenschke oder seinem Kollegen.

Respekt vor dem tiefen Becken haben alle Kinder. Allerdings stellen die Schwimmlehrer auch eine steigende Zahl an Kindern fest, die wasserscheu sind. "Mit Spielen im kleinen Becken versuchen wir, ihnen die Angst zu nehmen", erklärt Michael Paenschke. Der aktuelle 15 Uhr-Kurs ist eifrig bei der Sache. Nicht immer klappt es beim ersten Anlauf, aber allen Kindern gelingt es an der Treppe, den Tauchring mit der Hand aus dem Wasser zu holen. Einen Moment später üben die Jungen und Mädchen, mit Schwimmsprossen oder Schwimmgürtel ausgestattet, Brustschwimmen.

"Die Arme langmachen und rumziehen", lautet das Kommando des Schwimmlehrers. "Am vierten Tag haben sie Arm- und Beinbewegungen drauf. Jetzt geht es ums Üben", setzt Michael Paenschke hinzu. Nach und nach werden die Hilfsmittel geringer, bis sich die Kinder schließlich eigenständig über Wasser halten können. Nach ein paar Minuten wird das Üben ins tiefe Becken verlagert. Das lernen die Fünf- bis Siebenjährigen meist schon am ersten Tag kennen.

Voraussichtlich ab Herbst müssen Kinder für die Schwimmlernkurse in der Zerbster Volksschwimmhalle ein Mindestalter von fünfeinhalb Jahren haben. Jüngere Kinder sind zu oft körperlich noch nicht in der Lage, das Seepferdchen zu schaffen, oder ihnen gelingt es vom Verständnis her noch nicht, den Anweisungen des Schwimmlehrers zu folgen und ihre Arme und Beine entsprechend zu koordinieren.

Andererseits, das gibt Michael Paenschke zu bedenken, gebe es auch Vierjährige, die die Anforderungen ohne Probleme leisten können.

Einen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gibt es beim Schwimmenlernen übrigens nicht. Mal habe in einem Kurs ein Mädchen die Nase vorn, in einem anderen wieder ein Junge, berichtet Michael Paenschke aus seiner Erfahrung. Schnell durchgerechnet kommt er auf 300 bis 400 Kinder, denen er schon das Schwimmen gelernt hat.

Das Bewusstsein, wie wichtig schwimmen zu können für ihre Kinder ist, ist bei vielen Eltern tief verankert. Die Schwimmkurse mit maximal sieben Kindern pro Durchgang werden stark nachgefragt. Die Teilnahme kostet 60 Euro pro Kind.

Kinder, die das Seepferdchen absolviert haben, können spätestens nach einem Jahr die erste Grundstufe in Angriff nehmen. Dazu müssen acht Bahnen in unter 15 Minuten geschwommen und der Tauchring aus zwei Meter tiefen Wasser hochgeholt werden. Dazu kommt ein Startsprung oder ein Sprung aus einem Meter Höhe.