Zerbst (mla) l Von den Zerbster Kulturfesttagen alles mitzunehmen, was sich am Wochenende bot, das war der Wunsch von Holger Fischer. Am Donnerstag war er in die Stadt gekommen, um im Museum seine Personalausstellung "Gewöhnliche Dinge - komische Zeichnungen" aufzubauen, die am Freitagabend eröffnet wurde (Volksstimme berichtete).

Von Museumsleiterin Agnes-Almuth Griesbach und Heinz-Jürgen Friedrich ließ sich Holger Fischer gemeinsam mit seiner Frau durch die Stadt führen und zeigte sich nicht nur von St. Nicolai oder dem Schloss beeindruckt. Wenn er nach Zerbst zum Abbau der Ausstellung zurückkehrt, will er sich noch mehr Zeit für die Stadt nehmen.

Wortspiele, Collagen, Kritzeleien und nicht zuletzt der Zufall seien es oft, die dem Absurden Tür und Tor öffneten, sagte Holger Fischer zur Vernissage, bevor er zum Stift griff und Kostproben "komischer Zeichnungen" ablieferte. Ganz unter dem Motto Wilhelm Buschs: "Kein Ding sieht so aus, wie es ist".

Der Oldenburger stellte unter Beweis, dass er Vorlagen für seine "komischen Zeichnungen" erkennt, wo das Publikum vielleicht nur die Wählscheibe eines Telefons, den Umriss eines Kontinents, einen mit Schwung geschriebenen Namen sieht. Für letzteres eignet sich beispielsweise Goethes Handschrift. Da entstand das Porträt des Dichters selber, aber auch für einen Esel, Krokodil oder Wal halten die Buchstaben her. Der Wal wiederum wurde zur Walküre, mit Wikingerhelm und langen geflochtenen Zöpfen. Der Wal verwandelte sich aber auch mit ein paar Strichen in einen Motorroller. Das Publikum spendete fleißig Beifall, als Holger Fischer verkündete: "Die Ausstellung ist eröffnet."