Der Forderung eines Tempo-30-Limits für den Brauereiweg wird die Stadtverwaltung nun Rechnung tragen. Doch die nun beschlossene Lösung fällt anders aus als gedacht - als großräumige Tempo-30-Zone.

Zerbst l Seit Sommer vergangenen Jahres fordern Anwohner des Brauereiweges ein Tempo-30-Limit. So soll die Staubbelastung entlang des unbefestigten Abschnitts reduziert werden. Nun gibt es eine Lösung: Im Brauerei-Weg wird bald Tempo 30 gelten - doch nicht nur dort.

Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella stellte im Haupt- und Finanzausschuss am Montag die nun zur Umsetzung angedachte Lösung vor. "Unsere Prüfung in Zusammenarbeit mit der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde hat ergeben, dass im Brauereiweg, aber auch den weiteren Gemeindestraßen links und rechts der Lepser Straße, verschiedene Tempo-Limits eingerichtet sind."

Dies bestätigte Bürgermeister Andreas Dittmann auch während dieser und der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag. "Die Anordnung von Tempo 30 ist ein Eingriff und der will überprüft sein." Doch weitere Hinweise aus der Bevölkerung sei nochmals aufgegriffen worden und zogen eben jene verkehrsrechtliche Prüfung nach sich.

Mit dem Ergebnis: Eine großräumige Tempo-30-Zone im Bereich links und rechts der Lepser Straße einzurichten. Im Bereich des Amtsmühlenweges bleibt Tempo 30 ebenso erhalten, wie im Waldfrieden und Teufelstein. Auch die vorhandene Tempobeschränkung im John-Lennon-Ring bleibt bestehen.

Die nun angestrebte Lösung wird auch dazu führen, den mancherorts existierenden Schilderwald zu reduzieren. Beispielsweise gilt in einer Tempo-30-Zone die Regelung "rechts vor links".

"Wenn die verkehrsrechtliche Anordung erteilt wurde, wird mit dem Rückbau und der Neubeschilderung der Straßen begonnen", so Kerstin Gudella. Unter anderem werden die Schilder im Amtsmühlenweg, die dort bislang noch auf die Vorfahrtssituation aufmerksam machen, weggenommen und stattdessen an jenen Kreuzungspunkten aufgestellt, an denen nun rechts vor links neu zu beachten ist. Zusätzlich wird die Gelegenheit genutzt, um einige Schilder zu erneuern. "Der Vorteil dieser Herangehensweise ist, dass wir in den Wohngebieten eine einheitliche Regelung haben werden."

Stadtrat Steffen Grey (FDP) fragte nach, ob Lepser und Biaser Straße in Teilen auch vom neuen Tempo-Limit betroffen sein werden. Dies verneinte Kerstin Gudella. Höherrangige Straßen - darunter fallen auch Kreisstraßen - sind nicht Bestandteil einer Tempo-30-Zone. Hier bleibt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit bei 50 km/h innerorts.

Mit dem einstimmigen Zuspruch durch die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses ist dieses Vorgehen nun beschlossene Sache. Wenn Polizei und Verkehrsbehörde ihre Stellungnahme zum Sachverhalt abgegeben haben, wird die verkehrsrechtliche Anordnung erteilt. Danach kann mit dem Aufstellen der Schilder begonnen werden.

Ob Tempo 30 die Staubbelästigung der Anwohner am Brauereiweg reduzieren wird, ist fraglich. "Es bleibt die Frage nach dem Ausbau", meinte Bauausschussvorsitzender Helmut Seidler. Und auch Kerstin Gudella betont: "Dafür ist ein Ausbau die einzige Hilfe."

Und wer kontrolliert die Einhaltung von Tempo 30? "Wir nicht", betonte Bauamtsleiter Bernd Köhler. Der fließende Verkehr sei Sache der Polizei.

 

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