167 Einsätze stehen im Tagebuch der Freiwilligen Feuerwehr Zerbst für 2013 zum Buche. Eine gewaltige Zahl, die wegen zweier Sturmnächte alles Bisherige um ein Drittel übertraf.

Zerbst l Es gibt unterschiedliche Lesarten zum Begriff "Einsatz". In einer Nacht des 20. Juni zu 35 überfluteten Kellern hasten - sind dies 35 Einsätze? Für die Zerbster Wehr schon. Für andere nicht. Doch selbst wenn man diese Nacht als einen einzigen Einsatz wertet, hat die Zerbster Wehr im vergangenen Jahr 119 gefahren. Rekord. "Mir ist die Zählweise nicht wichtig. Daran bemisst sich der Stellenwert einer Wehr nicht. Einsatzbereitschaft und Einsatzerfolge sind wichtig. Das hat funktioniert. Ich bin überaus stolz, eine solche Wehr in der Stadt zu haben", machte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) diesem Randgeplänkel während der Jahrshauptversammlung am Freitag unter Applaus ein Ende.

Fest steht: Die Wehr rückte zu 70 Bränden aus. Alle weiteren Einsätze waren technische Hilfeleistungen. "Deren Stellenwert nimmt immer weiter zu", sagte Wehrleiter Steffen Schneider. Auf seine eigene, sehr unterhaltsame Art brachte er sie schwierigsten, schwersten, aber auch amüsantesten 2013-er Einsätze in Erinnerung. Manchmal reichte bloße Präsenz. Eine Katze zum Beispiel kam genau in dem Moment eigenständig aus dem Dreieck eines angekippten Fensters frei, als die Wehr anrückte. Ein anderes Mal war ein Storch zu retten, was dem Kameraden mit dem Rettungsauftrag unvermittelt den Spitznamen "Peter und der Storch" einbrachte.

Am 6. und 7. August 2013 rückte die Wehr zu 18 Sturmschäden aus. Anfang Juni war sie zwölf Tage lang im Hochwassereinsatz. Übers Jahr war sie neben den Unwetter-Einsätzen zu verschiedensten Anlässen zur technischen Hilfeleistung ausgerückt.

Kurios war ein Wahlplakat, das mitten in der Nacht zu löschen war. "Wenn der Pieper ruft, haben wir auszurücken", meinte Schneider knapp und blickte dabei auch auf die diversen, durch Fehlfunktionen automatischer Brandmelder ausgelösten Fehlalarme.

Die Zerbster Wehr hat aktuell 50 aktive Kameraden. Manche waren an bis zu 140 Einsätzen beteiligt. Drei waren bei keinem dabei. Die Wehr hat die gesetzlich geforderte Frist bis zum Eintreffen am Ereignis-ort (zwölf Minuten im Durchschnitt aller Einsätze) um eine Minute unterboten. Dies, so Schneider, sei vor allem durch das schnellere Eintreffen am Gerätehaus gelungen. Alle Einsätze betrachtet, dauerte jeder einzelne durchschnittlich 52 Minuten.

Neben den Einsätzen war das Jahr auch durch ein reges Ausbildungsgeschehen geprägt. Durchschnittlich 22 Kameraden nahmen an den 57 Ausbildungsdiensten teil.