Die Mitglieder der Jägerschaft Zerbst beteiligen sich an der inzwischen jagdlichen Tradition, den Füchsen mit viel Aufwand in ihrem Bau nachzustellen.

Zerbst l Zu einer jagdlichen Tradition für die Mitglieder der Jägerschaft Zerbst ist die revierübergreifende Fuchsbaujagd geworden. Am Sonnabend fand sie wieder in Revieren der Jägerschaft Zerbst und angrenzenden Revieren in den Bereichen Loburg und Leitzkau statt.

Die Baujagd stellt eine Möglichkeit dar, die übernatürlich gewachsenen Populationen von Fuchs, Marderhund, auch Waschbär einzudämmen, so Hans-Joachim Hoerich, Vorstandmitglied der Zerbster Jägerschaft. Die auch als "Beutegreifer" bezeichneten, teils ursprünglich hier nicht heimischen Tierarten schädigen besonders die Bestände an Niederwild und Bodenbrütern über Gebühr. Ihr Auftreten und Wildern in menschlichen Wohngebieten wird ebenfalls mehr und mehr zur Gefahr.

Eine der von Ladeburg aus koordinierten Einsatzgruppen wurde in den aneinander grenzenden Revieren Bias und Steutz aktiv. Insgesamt 14 Hundeführer, Jäger und Falkner sowie Reviereigentümer und Pächter waren vor Ort. Ihre Fahrzeuge trugen die Kennzeichen ABI, HBA, HVL, auch SLK. Das beweist, dass insbesondere Hundegespanne aus anderen Regionen des Landes in den hiesigen Revieren "aushelfen".

An sechs Fuchsbauen und einem Strohdiemen wurde gearbeitet. Die meisten dieser Baue waren bei diesem schönen Wetter nicht begangen.

Am letzen Bau in der Nähe eines Bewässerungsgrabens gab es deutlichere Anzeichen, dass sich ein Tier, vermutlich ein Fuchs, im Bau aufhält. Nun begann eine über zwei Stunden andauernde Phase intensiver und ehrgeiziger Arbeit.

In Stichpunkten: Drei verschiedene Hunde mit Sendern wurden nacheinander eingeschlieft, also in den Bau geschickt. Der Verlauf der Bauröhren wurde mit Hilfe von Empfängern nachvollzogen. Nacheinander erfolgten an fünf Stellen kraftvolle, bis in Röhrentiefe reichende Grabungen mit Hacke, Spaten und Schaufel. Die Fuchszange wurde bereitgehalten. Falkner Olli Peipe aus Rathenow stand mit seinem Steinadlerweibchen Hoya auf der Hand in gebührendem Abstand bereit zum Einsatz.

Nach 15 Uhr endlich ein Erfolg: Der Fuchs springt, verlässt den Bau. Der Adler bekommt seine Chance, den Fuchs zu beizen, wie es in der Fachsprache heißt, zu "greifen" für den Laien. Hoya hatte bei diesem Fuchs jedoch keinen Erfolg: Der entkam unbeschadet.

Einige der Hundegespanne (die Einheit von Hundeführer und Hund) sowie Helfer waren dann am Sonntag im Jerichower Land hin bis zum Fiener Bruch noch auf einer weiteren revierübergreifenden Baujagd unterwegs.

Insgesamt wurden an beiden Tagen bei den von Jan Blaue koordinierten Baujagden 107 Teilnehmer registriert. 27 Gespannführer brachten 40 Hunde, ein Falkner seinen Adler zum Einsatz.

Die Strecke erbrachte 46 Füchse und Marderhunde. Darunter waren 62 Prozent Fähen (weibliche Tiere), so dass der ungehemmten Vermehrung etwas Einhalt geboten werden konnte.

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