Zerbst l Das Selbstbewusstsein der Zerbster freiwilligen Feuerwehr zeige sich unter anderem darin, dass sie das Grußwort des Bürgermeisters zur Jahreshauptversammlung unter "Sonstiges" vorsieht. Dies meinte Bürgermeister Andreas Dittmann am Freitagabend mit einem Augenzwinkern und zollte anschließend der Wehr in Gänze seinen Respekt.

Im Juni 2013 beispielsweise, als die Wehr im Hochwasser-einsatz war. "Es ist flächendeckend anerkannt worden, dass hier beinahe Übermenschliches geleistet wurde", so Dittmann. Zugleich verwies er auf "klare Aussagen aus Magdeburg": Im Zerbster Elbabschnitt werde es auf absehbare Zeit keine Deichneubauten geben. Heißt: All das Wasser, das bislang bei Hochwasser flussabwärts wegen defekter Deiche dort Schaden anrichtete, wird künftig mindestens bis in den Zerbster Raum schwappen. Angesichts der massiven Deichbaumaßnahmen in Sachsen und entlang der Mulde keine schöne Vorstellung. "Bei Walternienburg werden wir uns häuslich einrichten müssen."

Der Bürgermeister riet zu besserer Kommunikation zwischen Stadt und Wehr. Nur so könne vermieden werden, dass in der Wehr wohl Einsatzstiefel knapp seien, dies jedoch der Stadt nicht bekannt wäre. "Grundsätzlich sehe ich keine Ausstattungsprobleme ernster Natur. Der städtische Haushalt 2014 sieht einen nicht unerheblichen Betrag von 634 000 Euro zur Deckung der laufenden Kosten in allen Ortswehren vor. Allein 35 000 Euro sind für Geräte reserviert, 36 000 Euro für Schutzbekleidung." Davon könne man auch Stiefel bezahlen.

Dittmann dankte der Zerbs- ter Wehr nochmals für die intensive Mitarbeit, als im vorigen Jahr ein neuer Gerätewagen anzuschaffen war. Der neue "Gerätewagen-Logistik" habe sich unmittelbar nach Indienststellung Anfang Juni sofort im Hochwassereinsatz bewährt. Durch seine vielfachen Nutzungsmöglichkeiten konnte das Fahrzeug für spezielle Einsätze genauso bedarfsgerecht ausgestattet werden, wie es völlig leergeräumt zum Sandsäckeholen nach Aken geschickt werden konnte. "Ein cleveres Fahrzeugkonzept, auf das uns die Wehr gebracht hat", sagte der Bürgermeister.

Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut bezeichnete die Zerbster Wehr als "Rückgrat der 26 anderen Ortswehren der Einheitsgemeinde". Er kündigte die Fortschreibung der Brandschutzrisikoanalyse an. Hierzu hatte der Bürgermeister unmittelbar zuvor beklagt, dass die Analyse vom Land gefordert wurde, bei der Umsetzung und vor allem finanziellen Unterstützung vom Land "nichts kommt". Dennoch sei die Fortschreibung wichtig, so Dornblut. Er verwies auf einzelne große Zerbster Unternehmen, die Anlagenerweiterungen realisiert hätten oder vorbereiten. "Wir müssen auf dem aktuellen Stand sein."

Am Freitag findet die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Einheitsgemeinde Stadt Zerbst statt.