Die Räumlichkeiten der DLRG Ortsgruppe Zerbst-Roßlau besichtigten am Dienstag die Mitglieder des Zerbster Sozialausschusses. Die Stadträte zeigten sich beeindruckt vom Leistungsspektrum der Lebensretter.

Zerbst l Wer bei der DLRG Ortsgruppe Zerbst-Roßlau die Schulbank drückt, drückt tatsächlich eine Schulbank. Das Inventar im Schulungsraum stammt aus aufgelösten Schulen. Den Raum, eine alte Farbmischerei, haben sich die DLRG-Mitglieder selbst hergerichtet und vom Flipchart bis zum Beamer modern ausgestattet. "Wir versuchen, den Unterricht so interessant wie möglich zu gestalten: Für Leute, die ihr Wochenende hier verbringen", sagte Frank Hebenstreit, der am Dienstagabend den Mitgliedern des Sozialausschusses die Räumlichkeiten der Ortsgruppe vorstellte. Er freute sich über das Interesse der Zerbster Stadträte.

Eine Werkstatt hat die DLRG an eine "Schraubergruppe" vermietet. Nicht zuletzt an den Wochenenden basteln die Autoliebhaber bis spät in der Nacht an ihren Fahrzeugen. Das ist ganz im Sinne der DLRG: Es brenne Licht und das Gelände liege nicht verlassen da, erklärte Frank Hebenstreit.

Nach einem Rundgang durch den Fuhrpark und Technik verstanden die Ausschussmitglieder nur zu gut, weshalb Einbrüche, wie die geschilderten Fälle, leicht einen hohen Sachschaden zur Folge haben können.

Bevor die Mitglieder des Sozialausschusses in die Gerätehalle kamen, erreichten sie die Umkleidezone mit den PSA - den Persönlichen Schutzausrüstungen. Mehrere hundert Euro kostet allein eine Schutzausrüstung.

Frank Hebenstreit erläuterte beide Motorrettungsboote, ihre Aufgaben und Funktionen. Auch die Ausrüstung der Jeeps und was mit den Fahrzeugen alles möglich ist, stellte er den Ausschussmitgliedern vor. Großes Interesse riefen sowohl das Haupteinsatzfahrzeug als auch der - nach eigenen Erfahrungen beladene - Hochwasseranhänger hervor, der von Beleuchtung über Pumpen bis zu Werkzeug mit aller Technik ausgerüstet ist, auf die die Lebensretter beim nächsten Hochwassereinsatz zurückgreifen können müssen. "Das machen unsere Kameraden alles in ihrer Freizeit", betonte Frank Hebenstreit.

Die Zusammenarbeit mit der Zerbster Feuerwehr wachse, eine nennenswerte Kooperation mit der Wasserwehr sei jedoch noch nicht zustande gekommen, fasste Frank Hebenstreit auf Nachfrage mehrer Ausschussmitglieder zusammen.

Aber bei der Fortschreibung der Zerbster Gefahrenanalyse lasse sich schon jetzt erkennen, dass bei Unwettern und Katastrophen die Zerbster DLRG-Ortsgruppe künftig stärker einbezogen werde. Wie für alle anderen Hilfsorganisationen habe sich auch für die DLRG ihr Aufgabenspektrum erweitert, setzte Frank Hebenstreit hinzu und erläuerte, wie gut die DLRG-Kameraden ausgebildet sind. Beispielsweise als Sanitäter oder als Taucher, die von der Wasserseite einen Deich bei Hochwasser abdichten können.

Zu dem 4500 Quadratmeter großen Grundstück der DLRG an der Pulspfordaer Straße gehört auch ein Feuerlöschteich, der für die Löschwasserabsicherung des Bereichs wichtig ist. In diesem Jahr werde die Ortsgruppe den Teich säubern und neu befüllen, kündigte Frank Hebenstreit an.

"Sehr ordentlich und aufgeräumt", fasste Ausschussvorsitzender Bernd Adolph seinen Eindruck zusammen und bedankte sich bei den DLRG-Mitgliedern für ihre beeindruckende ehrenamtliche Arbeit.