Teile der begrünten Mauerkronen von St. Nicolai zerbröseln, weil das Grün nicht gut wächst. Dies soll untersucht, Fehlstellen gleich repariert werden.

Zerbst l Vor rund zehn Jahren wurden die Mauerkronen des Kirchenschiffes von St. Nicolai begrünt. Die Idee: Bestimmte genügsame Pflanzenarten bewachsen die Mauern, halten sie mit ihren Wurzeln fest, halten sie trocken. Denn vor allem eingedrungene Feuchtigkeit in Verbindung mit Minustemperaturen sprengt die Mauerkronen, lässt Teile herunterfallen, macht letztlich das gesamte Areal für Nutzungen unbrauchbar. Sicherheit geht vor.

Das Grün da oben gedeiht aber nicht überall gleich gut. Es gibt Abschnitte, insbesondere am Südrand, die hervorragend geschützt sind. Ganz anders das Bild auf der Nordwand, in Teilen auch oberhalb der Arkaden. Mauerbruchstücke fallen herab. Der Weihnachtsmarkt, eine jahrelang der Kirchenruine treue Veranstaltung, wurde 2013 bereits nach St. Bartholomäi verlegt, weil die Verkehrssicherheit von St. Nicolai in Frage steht.

Nunmehr soll untersucht werden, ob das Prinzip der Mauerkronenbegrünung tatsächlich geeignet ist und auch auf andere "Patienten" in Deutschland angewendet werden könnte. Diese Untersuchungen, so Walter Tharan, sind als Evaluierungskriterium Bestandteil des damaligen Begrünungsprojektes. "Wir hoffen sehr, dass hierfür ebenfalls von der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt Mittel bereitgestellt werden. Doch die Sache ist durchaus noch offen. Ein entsprechender Antrag ist gestellt. Er hat neben der Untersuchung auch die Reparatur von Schadstellen zum Inhalt, weil es viel Sinn hat, dies in einem Zuge mit vorzunehmen", sagt der Vorsitzende des Förderkreises St. Nicolai.

Die Sache hat einen altbekannten Haken: 15 Prozent der Projektkosten müssen vom Förderkreis als Eigenmittel bereitgestellt werden. Nach vorläufiger Schätzung wären das 21 000 Euro. "Hier bauen wir erneut auf die Hilfe der Zerbster und der mit der Kirchenruine Verbundenen. Es gibt bereits Beträge, die von der Volksbank Dessau-Anhalt und der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld bereitgestellt wurden. Die Stadt hat auch einen Betrag in Aussicht gestellt, und wir hoffen auf Spenden weiterer Institutionen und Unternehmen", erklärte Förderkreis-Sprecherin Petra Fruth.

Am 28. Mai kommt das Sax`n-Anhalt-Orchester zu einem Konzert in die Kirchenruine, am 21. Juni erneut das Akademische Orchester Halle zur "Sommersonnenwende". Beide Konzerte werden vom Förderkreis mit verpflegenden Details ausgestattet, und am Eingang steht dann auch eine Spendenkiste bereit.