Zerbst/Köthen l Der Jugendhilfebericht 2011-2013 für den Landkreis Anhalt-Bitterfeld liegt vor. Den Bericht zu erstatten, ist jeweils zum Ende einer Legislaturperiode Pflicht der Verwaltung. Er muss vom Kreistag bestätigt werden.

Inhaltlich listet der 17 A4-Seiten starke Bericht die erfolgten Leistungen im Jugendhilfebereich auf. Zudem werden die anderen Aufgaben der Jugendhilfe bilanziert.

Aufgaben breit gefächert

In Kontakt mit dem Jugendamt kommt man aus verschiedensten Anlässen. Wegen Amtsvormundschaft, wegen Adoption oder Elterngeld oder erzieherischen Hilfen bis hin zum Unterhaltsvorschuss oder der Übernahme von Elternbeiträgen für die Kita-Betreuung kann das Amt bemüht werden.

Den Zeitraum seit 2011 betrachtet, fällt beispielsweise die Umsetzung der Handlungsempfehlungen, die der Kreistag basierend auf dem Armutsbericht beschlossen hat, ins Gewicht. So wurden 2012 erstmalig Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien angeboten. Hier hat der Landkreis alle Kosten für Freizeitgestaltung, Verpflegung und Übernachtung übernommen. Die Eltern hatten die An- und Abreise zu bewerkstelligen. 44 Kinder machten 2012 solche Ferienfreizeiten. Im Jahr 2013 waren es 61. Aktuell läuft die Antrags- und Bewerbungsphase sowohl für Träger (Anbieter) solcher Ferienfreizeiten für 2014 also auch für die Elternhäuser von infrage kommenden Kindern und Jugendlichen.

Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises hat ferner 19 der 55 institutionell geförderten Angebote der Jugendarbeit auf den Prüfstand gestellt. Dies erfolgt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, in deren Zuge auch die Inanspruchnahme von Angeboten der Jugendarbeit sinkt. Die 19 Einrichtungen wurden hinsichtlich ihres Leistungsspektrums, Bedarfsorientierung und strukturellen Perspektiven untersucht. Das Ergebnis liegt zwischenzeitlich vor und bildet die Basis für die künftige Förderung sowie den weiteren Auf- und Ausbau von Angeboten der Jugendarbeit, heißt es in dem Bericht.

Projekt "Frühe Hilfen"

2012 wurde besonderes Augenmerk dem Aufbau des Netzes "Frühe Hilfen" gewidmet. Hinter dem begriff versammeln sich lokale und regionale Unterstützungssysteme für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten drei Lebensjahren. Geholfen wird beispielsweise bei medizinischen Risiken und bei Entwicklungsauffälligkeiten des Kindes. Das Netzwerk wird seit Februar 2013 von einer Koordinatorin betreut. Die Kosten dieses Projektes werden vom Bund bis Ende 2015 gefördert.

Familiencoaching

Im Februar 2013 beginnend, beteiligt sich der Landkreis auch an dem Pilotprojekt "Familien stärken - Perspektiven eröffnen" des Landes. Zwei Familienintegrationscoaches und eine Verwaltungskraft sind hierin eingebunden. Finanziert wird das Programm "Familienintegrationscoach" aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Besonders junge, arbeitslose und hilfebedürftige Familien werden mit dem Programm dabei unterstützt, ihr berufliches Fortkommen wieder selbst in die Hand zu nehmen. So sollen sich neue Perspektiven entwickeln. Die Coaches vermitteln sozialversicherungspflichtige Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse. In der Regel beginnt dies mit einem elfmonatigen Erprobungszeitraum eines geeigneten und aufgeschlossenen Unternehmens. Seit Beginn des Programmes im Februar 2013 haben die Coaches aus 91 Familienbedarfsgemeinschaften 37 Frauen und Männer in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit oder Ausbildung vermittelt.

Ein wesentliches Aufgabengebiet entstand im Jugendamt durch das neue Kinderfördergesetz. Hierzu war der Jugendhilfeplan zu erarbeiten, um Rechtsansprüche zu sichern.