"Der deutsche Brillant in der russischen Krone" stand im Mittelpunkt der Veranstaltung, die der Internationale Förderverein "Katharina II." am Sonnabendnachmittag im Fasch-Saal präsentierte. Zu Gast war Natalia Gonokhova.

Zerbst l Sie wohnt in Zarskoje Selo. "Immer, wenn ich durch die Parks spazieren gehe, werde ich daran erinnert, welche gewaltigen Dinge Katharina II. durch ihr Wirken geschaffen hat," schwärmt die russische Sängerin Natalia Gonokhova.

Sie sang und musizierte in Zerbst zum ersten Mal vor einigen Jahren bei der Wiedereröffnung der Katharina-Sammlung nach deren Neugestaltung. "Es sind für mich immer sehr bewegende Gefühle, hier in der Stadt von Katharina II. aufzutreten", erklärt die Künstlerin, die sich seit gut 20 Jahren intensiv mit Leben und Wirken der ehemaligen Anhalt-Zerbster Prinzessin und späteren russischen Zarin beschäftigt und künstlerisch auseinandersetzt.

Ihr widmet sie das Programm mit dem poetischen Motto "Der deutsche Brillant in der russischen Krone". Nüchtern betrachtet ist es eine interessante Geschichtsdoppelstunde über eine starke Frau, die über 34 Jahre russische und europäische Geschichte mit Nachhaltigkeit geschrieben hat.

Die Gäste im gut besuchten Fasch-Saal der Zerbster Stadthalle nahm Natalia Gonokhova mit Texten und Liedern am Sonnabendnachnittag jedoch darüber hinaus mit auf eine emotional bewegende Reise durch das Leben eines jungen Mädchen, das schon frühzeitig als mögliche Gemahlin europäischer Herrscherhäuser "gehandelt" wurde. Und sich sehr konfliktreich zu der späteren "Großen" entwickelt hat.

Die Zuhörer erfahren von den mit den Fakten verbundenen Gefühlen, den Gedanken, den inneren menschlichen und auch äußeren politischen Auseinandersetzungen, aber auch von der Zielstrebigkeit und dem Weitblick von Katharina II. Es wird ein greifbares und nachvollziehbares Bild einer lebensfrohen Frau vermittelt, auch mit ihren Sorgen und Nöten. Natalia Gonokhova sprach damit sehr gelungen die Gefühle ihre Zuhörer an.

Mit ihrer wohlklingenden Sporanstimme, sich selbst auf der Gitarre begleitend, trug sie in der Mehrzahl russische Lieder aus der Zeit Katharinas II. vor, die zu den angesprochenen Episoden gut passten. Mit wohldosierter Mimik und Gestik gab Natalia Gonokhova ihren Liedern und insbesondere den einfühlsamen russischen Romanzen eine besonders emotionale Note - so wie man es schlechthin als "die russische Seele" bezeichnet.

Bei einem Lied über ein "Kosakenschiff auf der Wolga, das eine türkische Prinzessin mitführte", wie die Sängerin erzählte, kam vielen Gästen die Melodie recht bekannt vor und animierte zumindest zum Mitsummen.

Neben den Texten und Liedern wurden auch großformatige Bilder von historischen Persönlichkeiten und Ereignissen gezeigt, zu denen Kompositionen von Bortnjanskij und Kozlovskij eingespielt wurden. Etwa ab Mitte des Konzertes unterstützte Olga Tidde vom Katharina-Verein aus Zeitgründen die Künstlerin beim Vortragen der Texte.

Das Publikum bedankte sich mit viel Beifall für diesen schönen Nachmittag.