Zerbst l Einen interessanten Einblick in die mittlerweile 128-jährige Geschichte des Jeverländischen Altertums- und Heimatverein gab dessen Vorsitzender Volker Landig am Sonnabendvormittag im Fasch-Saal der Stadthalle. Der Vortrag gehörte zum Besuchsprogramm des Vereins beim Zerbster Heimatverein.

Der zu den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Jeverschen Schützenvereins ausgerichtete Festumzug war der Anlass für die Gründung des Jeverländischen Altertumsvereins. "Im Mittelpunkt stand eine patriotisch-populäre Aufbereitung der Geschichte des Jeverlandes", so Landig. Daraus sei nicht nur der bis heute gepflegte Kult um Fräulein Maria von Jever entstanden. Es sei auch für "historisch interessierte kritische Geister der Zeit" Ansatz gewesen, nach anderen "in unserer Heimat verborgenen Dingen" zu suchen, den Blick dafür zu öffnen.

Volker Landig berichtet von der Entwicklung, zum Beispiel bezogen auf die Vorsitzenden der ersten Jahre und deren Rolle beim Kern-Thema des Vereins, und dem Ringen um das Jeveraner Schloss für das Museum. 1921 kann die Eröffnung des Museums im Schloss gefeiert werden. 1923 fusioniert der Altertums- mit dem 1920 gegründeten Heimatverein.

Der Verein sei, sowohl in den ihn prägenden Personen als auch in den Aufgaben, stets ein Spiegel seiner Zeit gewesen, blickt Landig auf die Gegenwart, nennt den heutigen Einsatz für die Erbe-Bewahrung. Im Mittelpunkt steht weiter das Museum, "Bildungs- und Unterhaltungsaktivititäten gehen damit einher".

Horst Janssen stellte den zum Verein gehörenden Plattdeutschen Gesprächskreis vor, gab auch Kostproben plattdeutscher Mundart.

Vor dem Vortrag Volker Landigs hatte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) den regen Kontakt der beiden Vereine aus Zerbst und Jever für die Städtepartnerschaft gewürdigt.

Bereits am Freitag gestaltete mit Horst Radowski ebenfalls ein Jeveraner vor gut 50 interessierten Gästen innerhalb der Zerbster Kulturfesttage einen Vortrag zum Edo-Wiemke-Grabmonument.