2013 war insgesamt ein gutes Jahr für die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost: Zwar ist die Aufklärungsquote gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig, doch wird besonders im Bereich der Jugendkriminalität ein kontinuierlicher Rückgang verzeichnet.

Zerbst l 383 780 Menschen leben nach der Volkszählung von 2011 im Bereich der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost. 30 684 Straftaten wurden im vergangenen Jahr in dem Bezirk, zu dem die Landkreise Wittenberg und Anhalt-Bittelfeld sowie die kreisfreien Städte Dessau-Roßlau gehören, verzeichnet. Das sind 948 Fälle mehr als noch 2012. Zusätzlich ist die Aufklärungsquote der angezeigten Fälle leicht gesunken: Konnte 2012 noch für 17 374 Taten ein Tatverdächtiger ermittelt werden, waren es 2013 nur noch 17 314 Fälle.

2013 wurden auch mehr Kraftfahrzeuge gestohlen als noch 2012. Während es im Vorjahr noch 1166 Fahrzeuge waren, kletterte die Zahl 2013 um 24,4 Prozentpunkte auf 1451. Das entspricht 285 zusätzlich gestohlenen Kraftfahrzeugen.

EC-Kartenbetrug und Bestellen unter falschem Namen

Doch vor allem Vermögensdelikte sind es, die die Kriminalitätsstatistik nach oben reißen. "Darunter werden zum Beispiel Straftaten, wie der EC-Kartenbetrug oder das Bestellen im Internet unter falschem Namen verstanden", erläutert Doreen Wendland, Pressesprecherin der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost.

Schaut man allerdings isoliert auf die Stadt Zerbst, so lässt sich gerade in dem Bereich ein Rückgang verzeichnen: "Was beispielsweise den Kreditkartenbetrug angeht, so hatten wir es im Jahr 2012 noch mit 90 Fällen zu tun", so Wendland. "2013 mussten wir in nur 56 Fällen aktiv werden".

Jugendliche unter 21 Jahren sind 2013 in nur 17,8 Prozent der aufgedeckten Fälle die Täter gewesen. 2012 hingegen wurden so genannte "Jungtatverdächtige", wie die Altersgruppe von 14 bis 21 Jahren von der Polizei zusammengefasst wird, noch in fast 20 Prozent der Fälle von der Polizei als Täter ermittelt. Als häufigste Vergehen führt die Polizei bei ihnen Raubstraftaten gefolgt von Sachbeschädigungen auf. "Bei einer Raubstraftat ist immer Gewalt mit im Spiel, darum wird sie vom einfachen Diebstahl unterschieden und in unserer Statistik gesondert betrachtet", erklärt Doreen Wendland. Auch die Zahlen der gefährlichen und schweren Körperverletzungen, verübt von unter 21-Jährigen, sind im Vergleich zum Vorjahr statistisch noch einmal angestiegen. Sie machten 2013 33,6 Prozent der verübten Straftaten unter Jugendlichen aus.

Als Erfolg verbuchen kann die Polizeidirektion allerdings, dass unter 21-Jährige 2013 vergleichsweise selten als Mehrfachtäter in Erscheinung traten.

65 jugendliche Intensivstraftäter gibt es im Polizeibezirk

Ab der zehnten Straftat im Jahr bezeichnet die Polizei jemanden als so genannten Intensivtäter. Hier gibt es gegenüber den Zahlen von 2012 nur einen leichten Rückgang: 67 waren es 2012 bei den unter 21-Jährigen, 2013 aber immer noch 65.

Insgesamt sind Jugendliche und Heranwachsende jedoch für nicht mal ein Viertel aller Straftaten verantwortlich. Den weit größeren Anteil stellen mit 82,2 Prozent Erwachsene. Personen unter 14 Jahren, nach dem Strafgesetz also Kinder, konnten in 4,1 Prozent aller angezeigten Straftaten als Täter ermittelt werden. "Wenn Kinder Straftaten begehen, handelt es sich meist um weniger schwere Vergehen, wie Ladendiebstähle oder einfache Körperverletzungen", erläutert die Sprecherin der Polizeidirektion. Weil diese noch nicht strafmündig seien, werden die Delikte zwar polizeilich erfasst, die weiteren Ermittlungen jedoch werden in der Regel an die Staatsanwaltschaft übergeben, die sich dann mit den Eltern oder den Schutzbefohlenen der Kinder befasst.

Sexualstraftaten spielen in der Statistik der Polizeidirektion Ost übrigens eine vergleichsweise kleine Rolle: In nur 0,8 Prozent der Fälle, die die Beamten 2013 zu bearbeiten hatten, ging es um Delikte aus diesem Bereich.

Relativ konstant ist die Zahl der Drogendelikte im Bezirk. Zwar ist ihre Zahl gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen, das jedoch nicht dramatisch: Während 2012 1083 Fälle die Polizei beschäftigten, waren es 2013 91 weitere Fälle, also 1174.

Drogenkonsumenten bescheren Ermittlungserfolge

Drogenkonsumenten sind es in erster Linie, die der Polizei 2013 Ermittlungserfolge bescherten. Sie betreffen 855 der aufgenommenen 1174 Fälle. In nur 319 Fällen konnte die Polizei Drogenhändlern auf die Spur kommen. Wie kommt es zu diesem Ergebnis? Müsste die Ermittlungsarbeit nicht vor allem auf Drogenhändler abzielen? Doreen Wendland erklärt:

"Drogenkonsumenten treten häufiger in Erscheinung, als Händler das tun, zum Beispiel bei Verkehrskontrollen". Die Hintergründe von Händlerstrukturen aufzuklären, bedeute für die Polizei einen viel höheren Ermittlungsaufwand, so die Polizeisprecherin.