Mit der neu gegründeten Selbsthilfegruppe haben Diabetiker in Zerbst seit dieser Woche wieder eine Anlaufstelle für den Erfahrungsaustausch unter Betroffenen.

Zerbst l Ob es in Zerbst erneut eine Selbsthilfegruppe (SHG) für Diabetiker gibt, stand und fiel mit der Bereitschaft, den Vorsitz zu übernehmen. Kurz nach dem ersten Treffen Ende Februar meldete sich der Zerbster Dirk Carow. "Ich schubse mich selbst ins kalte Wasser und hoffe, wir kommen ins Warme", sagte er am Dienstagnachmittag auf der Gründungsversammlung in der DRK-Begegnungsstätte am Markt.

Parallel zum SHG-Vorsitz übernimmt Dirk Carow auch die Aufgaben des Schriftführers. Apotheker Jens Salomo, der die Gründung maßgeblich unterstützt hat, kümmert sich als Kassenwart um die Finanzen der Selbsthilfegruppe. Mit Inge Grube und Christine Hübner wurden zwei Mitglieder als stellvertretende Vorsitzende gewonnen.

Dass die rund 20 Mitglieder starke SHG einen Jahresbeitrag erhebt, darin waren sich die Mitglieder am Dienstag schnell einig. Selbst wenn Referenten kostenfrei in die Gruppe kämen, müsste man ein kleines Dankeschön besorgen. Fahrten, Feiern etc. kosteten ebenfalls Geld, begründete Dirk Carow seinen Vorschlag, der auch in der Höhe von 30 Euro akzeptiert wurde. "Eine Grundlage müssen wir uns schon schaffen", hieß es aus der Gruppe. Dem Hinweis, dass Selbsthilfegruppen von Krankenkassen unterstützt werden, will Dirk Carow nachgehen.

Irene Senst ist als Ehrenmitglied in die Selbsthilfegruppe aufgenommen worden. Sie hatte die Gründung in Zerbst angeregt. Allerdings sind alle Mitglieder Diabetiker Typ II und sie Typ I, weshalb sie sich wieder stärker nach Magdeburg orientieren will. Und die Zeit der Treffen - im April und Mai - um 15 Uhr kommt der berufstätigen Frau auch nicht entgegen.

Zwei Ziele verfolgen die Mitglieder. Zum einen geht es um den Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen und um Vorträge zu allen Themen, die Diabetiker interessiert - vom Spritzen über Messen bis zu Ernährung, Fußpflege und Folgeschäden. Zum anderen soll die Geselligkeit gepflegt werden. Geplant sind Frühlingsfest und Weihnachtsfeier, Tanznachmittage und Spargelessen, aber auch Ausflüge in die nähere Umgebung wie ins Kornmuseum Nutha, zum Kerzenmacher, auf die Straußenfarm oder ins Theater nach Dessau. Weil Dirk Carow nicht mobil ist, werden bei diesen Aktivitäten seine Stellvertreterinnen stärker gefragt sein.

Während sich die Mitglieder darauf verständigten, ihre Treffen ab Juni vom Donnerstag auf den Mittwoch zu verschieben, kamen sie bei der Namenssuche für ihre Selbsthilfegruppe noch nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Vorschläge wie Zerbster Zuckersüße, Supersüße oder Spritzige Zerbster fanden nicht genügend Anklang. Diskutiert wurde auch, ob der Diabetiker-Bezug im Namen auftauchen sollte oder nicht.

Zum nächsten Treffen am Donnerstag, 17. April, um 15 Uhr in der Gaststätte Hebäcker will sich die SHG noch keinen Referenten einladen. Den Mitgliedern geht es darum, sich untereinander besser kennenzulernen.