Zerbst/Köthen l Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehren aus Aken, Osternienburg, Reppichau, Gnetsch und Susigke haben zu Beginn der jüngsten Sitzung des Anhalt-Bitterfelder Jugendhilfeausschusses in Köthen lautstark demonstriert. Sie sind erbost über die Streichung der bislang stets erfolgten Förderung ihrer Ferienlager. Dies hatte der Ausschuss bereits im Februar beschlossen, allerdings wurde der Umstand erst später bei den Wehren bekannt, als sie ablehnende Bescheide erhielten.

Die Ausschussvorsitzende Monika Reinbothe (CDU) wurde auf Plakaten sogar persönlich attackiert. Zwar versuchte sie unmittelbar vor Sitzungsbeginn, mit den aufgebrachten rund 60 jungen Demonstranten ins Gespräch zu kommen. Doch beide Seiten interpretierten dies anschließend als gescheitert.

Das Thema wurde dann neben den regulären Tagesordnungspunkten im Ausschuss diskutiert. "Wir hatten im Februar unter Beteiligung der Jugendwehr-Vertretung ein sehr eindeutiges Beratungsergebnis. Es ist schwer nachvollziehbar, was wir hier vor der Tür haben", fand Jugendamtsleiter Peter Grimm. An-dreas Dittmann (SPD) verwies auf die Ausschuss-Position: "Wir haben das vor zwei Jahren diskutiert. Wir waren uns einig, dass es im besonderen öffentlichen Interesse ist, die Nachwuchsgewinnung bei den Feuerwehren zu unterstützen. Aber der aktuelle Ansatz ist ein anderer: Egal, ob Feuerwehr, Sportverein, Kulturverein - sie bekommen alle nichts. Und für die Feuerwehrjugend gibt es ja die Möglichkeit, aus Mitteln des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz (ABKS) gefördert zu werden."

Dies hatte zuvor auch Amtsleiter Grimm erklärt. Im ABKR gibt es für Jugendausbildungslager die Möglichkeit der Förderung von fünf Euro pro Kopf. Dies würde die beantragten Mittel der demonstrierenden Jugendwehren - beantragt waren 2600 Euro für die traditionelle Teilnahme am Bundesjugendfeuerwehrlager - nicht ersetzen, könne aber als Sockelbetrag betrachtet werden.Auf Volksstimme-Nachfrage erklärte ABKR-Amtsleiterin Diane Gardyan, die Förderung sei möglich und üblich. "Aber nur für Ausbildungsprojekte. Das sehe ich hier so nicht."

Die Akener Feuewehrjugend musste unverrichteter Dinge abziehen. Im Saal regten Mario Rudolf (Freie Wähler) und Dietrich Landmann (Diakonie) an, dennoch den Kontakt zu suchen, um die Situation aufzulösen. Denn von den Jugendfeuerwehrleuten war kein einziger in den Beratungsraum mitgekommen.

Der Landkreis hatte entschieden, Jugendclubs aus der Jugendpauschale zu fördern, weil die Jugendclub-Förderung vom Land gestrichen wurde. Folglich fehlen rund 155 000 Euro, weshalb anderswo gestrichen wurde.