Stück für Stück geht es voran bei der Gestaltung der Osterkirche in Trüben. Die erste Station des Passionsweges, der Einzug nach Jerusalem, wird derzeit hergerichtet. Am Palmsonntag soll die Szene eingeweiht werden. Gestern trafen Jesus auf dem Esel und weitere Figuren für die Installation ein.

Trüben l In drei Wochen wird Ostern gefeiert, die Auferstehung von Gottes Sohn. Es ist das höchste Fest der christlichen Kirche. Am Sonntag vor Ostern, dem Palmsonntag, zog Jesu Christi in Jerusalem ein. Zum Zeichen seines Königtums jubelte das Volk ihm zu und streute für den nach Jerusalem Kommenden Palmzweige auf den Weg. Er kam bescheiden und gar nicht königlich auf einem Esel daher...

Gestern zog Jesus in Trüben ein. Er wurde auf einem Pritschenwagen gebracht. Zusammen mit ein paar der Menschen, die ihn bejubeln. Ein paar starke Männer waren nötig, um die schweren Figuren aus Edelstahl vom Wagen zu heben - Jesus auf dem Esel, eine Dreiergruppe und noch ein paar Einzelfiguren. Alles kleine Kunstwerke, wetterfest bemalt.

Das Ensemble gehört zur ersten Station im Ostergarten der Osterkirche in Trüben und stellt den Einzug in Jerusalem dar. Die Figuren hat Steffen Rogge entworfen, der Köthener Maler, der auch schon in der Trübener Kirche die Chorbögen und in der Kapelle die Abendmahlszene gestaltet hat. Gefertigt wurden der berittene Jesus und das Volk in der Werkstatt des Reppichauer Kunstschmieds Frank Schönemann. Die beiden sind schon länger ein Team, dessen Schaffen sich in Reppichau wiederspiegelt. Schließlich ist das Kunstobjekt "Sachsenspiegel" auch Anregung und Vorbild für die Themenkirche Trüben. "Wir wanderten auf dem Lutherweg", erinnerte sich der Bornumer Ortsbürgermeister Mario Rudolf. Das war 2006, als die Männerrunde um Pfarrer Thomas Meyer das erste Mal mit Reppichau in Berührung kam. Da war die Anregung für die Gestaltung des Ostergartens eines von zwei Dingen, die man von dieser Tour mit zurück brachte.

In den vergangenen Jahren nahm das Projekt Osterkirche Gestalt an, Schritt für Schritt wurde das Vorhaben der Evangelischen Weinberggemeinde, um die Dorfkirche auf Dauer zu erhalten und für viele nutz- und erlebbar zu machen, vorangetrieben. Zwölf Stationen umfasst der gesamte Passionsweg, bei dem Außengelände und das Innere der Kirche zu einer erlebnispädagogischen Dauerausstellung gestaltet werden.

Angefangen bei den drei übergroßen Kreuzen, über das Anhebekreuz und die Chorbögen bis hin zur Abendmahlkapelle konnten schon einige Stationen eingerichtet werden. "Wir bauen nach Verfügbarkeit", so Ullrich Hahn, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Wenn genug Mittel vorhanden sind, wird die nächste Installation in Angriff genommen. Eine Reihenfolge steht nicht fest. Im vergangenen Jahr war man knapp bei Kasse, da blieb es ruhig im Ostergarten. Nun ist Station eins dran, mit 8000 Euro ein etwas teureres Objekt. Ullrich Hahn: "Jetzt war es wichtig, dass wir gleich am Eingang Zeichen setzen." So bekommen Besucher sofort einen Eindruck, wie das Gesamtkonzept werden soll.

Die Figuren werden in den Boden eingelassen, neun überwiegend mit Palmenzweigen bemalte Betonplatten symbolisieren den Weg, den dann jeder, der hierher kommt, selbst beschreiten kann, um sich den Einzug vorstellen zu können. Auch können die Figuren durch Gäste ergänzt werden. Die Szene darf und soll lebendig werden.

Am Palmsonntag soll der Einzug in Jerusalem vor Ort offiziell und würdevoll eingeweiht werden. Um 14 Uhr ist dazu ein Gottesdienst geplant. Doch die Station eins ist damit noch nicht komplett. Im Hintergrund ist noch eine Mauer vorgesehen, auf der quasi als Kulisse die Stadt mit dem Tor zu sehen ist. Noch mehr jubelnde Menschen will Steffen Rogge an die Wand malen. Das zu gestaltende Mauerstück soll fünf Meter lang sein. Vielleicht wird die Mauer, für die sich Bauunternehmer Rüdiger Noack aus Bornum gestern Maße und Vorstellungen notierte, gleich noch ein Stück länger.

Hier könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, hofft Ullrich Hahn. Der Zaun zum Nachbargrundstück kommt nämlich sehr marode daher. Aber auch hier entscheiden die Kosten, dann muss man sehen, wieviel Geld man ausgeben will und wieviel Geld da ist. Außerdem will Ullrich Hahn noch einmal bei der Landeskirche nachfragen wegen einer Unterstützung. Und auch sonst sind Sponsoren gefragt. "Das Fundraising wollen wir in diesem Jahr intensivieren", so Hahn.

In Arbeit ist derweil schon lange die Martersäule. Sie gehört zur Station neun, an der die Geißelung und der Weg zur Kreuzigung dargestellt werden und schon das Kreuz zum Anheben installiert ist. Die Säule sollte eigentlich längst fertig sein. Ullrich Hahn liebäugelt aber auch damit, das Heilige Grab noch in diesem Jahr vorstellen zu können, während in der Gemeinde diskutiert wird, ob das Kircheninnere so bleiben und auf weitere Malereien verzichtet werden sollte.

Das Heilige Grab ist bislang noch eine spinnenverhangene Rumpelkammer. Eine rollbare Steinplatte soll den Blick oder Zugang in das Grab ermöglichen, so sieht es der Plan vor. Die Kammer wird natürlich leer sein, wie es die biblische Geschichte schreibt. Ein Lichtschein fällt auf eine Inschrift...

Doch zurück zu Jesus, der gestern samt Esel nach Trüben kam. Ullrich Hahn zeigte sich begeistert von den Figuren."Eine tolle Arbeit, ein herzlicher Dank an die beiden", wandte er sich an Steffen Rogge und Frank Schönemann. Die Szene an sich ist nichts Neues, gab es Erläuterungen von Steffen Rogge, "wurde in der Kunstszene schon oft genutzt und dargestellt". Allerdings ist der Stil von Rogge und Schönemann erkennbar. Zirka 40 solcher Figurengruppen gibt es.

Wer sich die Szenerie und deren Enthüllung anschauen will, ist am Palmsonntag in Trüben herzlich willkommen. Und natürlich wird in der Osterkirche traditionell auch am Ostermontag zum Sonnenaufgang Gottesdienst gefeiert.

Informationen zur Evangelischen Weinberggemeinde und ihren Kirchen gibt es im Internet unter www.weinberggemeinde-garitz.de oder bei Facebook.