Zerbst l Der Zerbster Haushalt 2014 ist durch. Die Kommunalaufsicht hat die entsprechende Satzung nicht beanstandet. Nun können die vorgesehenen Investitionsmaßnahmen begonnen werden.

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) nahm die Mitteilung des Sachverhaltes im Stadtrat zum Anlass, einen Blick über den berühmten Tellerrand zu werfen. Mit so genannten Best- und Gutwerten findet ein interkommunaler Vergleich statt - welche Kosten (gerechnet pro Einwohner) Kommunen in bestimmten Bereichen investieren. Und bei diesem muss sich Zerbst nicht verstecken.

Bestes Beispiel ist der Bereich Schulen. Dort ist der Bestwert im Jahr 2013 in einer Kommune 20,48 Euro/Einwohner gewesen. Der Gutwert liegt bei 26 Euro. Für Zerbst beträgt der Wert im Jahr 2013 29,04 Euro/Einwohner, 2014 werden es sogar 30,61 Euro sein. "Dies ist natürlich auch unserer Sondersituation geschult, vier Grundschulen in unseren Gebiet zu haben", ergänzte Dittmann. Folglich ist mit einem höheren Kostensigment zu rechnen.

Dass Zerbst im Bereich Kultur Prioritäten setzt, wird ebenfalls deutlich. Den Gut- und Bestwerten von 27 und 10,23 Euro steht in Zerbst in 2013 ein Wert von 24,12 Euro gegenüber. 2014 werden die Kosten bei 23,82 Euro liegen.

Forderung nach Erhalt der Stelle "Amtsleiter Bauverwaltung"

Doch die Zahlen zeigen auch, dass man sich im Bereich Sport Gedanken machen müsse. Einem Bestwert von 21,49 Euro sowie Gutwert von 30 Euro pro Einwohner stehen in Zerbst Kosten von 79,99 Euro (in 2013) gegenüber. In diesem Jahr werden es sogar 82,46 Euro sein. Ursache hier ist unter anderem die Regelung, dass die Stadt Zerbst hiesige Vereine mit Betriebskostenzuschüssen unterstützt.

Im Bereich Personal Kernverwaltung konnte Zerbst in 2013 im Übrigen den Bestwert mit 3,88 Euro erreichen. Der Gutwert lag bei 4 Euro. In diesem Jahr wird der Zerbster Wert sogar noch darunter liegen - bei 3,84 Euro. "Das zeigt ganz klar, dass wir auf dem Weg der Straffung sind", so Dittmann. Doch Einsparungen gingen nicht unendlich so weiter.

Unter diesen Stichwort fielen auch zwei Wortmeldungen von den Stadträten Dietrich Franke (SPD) und Helmut Seidler (FFZ). Bernd Köhler, Amtsleiter Bauverwaltung, wird in diesem Jahr aus seinem Amt ausscheiden und in den Ruhestand gehen. Die Stelle soll nicht neu besetzt werden. "Ich finde bedenklich, dass diese Stelle wegfällt", betonte Dietrich Franke. Man brauche ein schlagkräftiges Bauamt in dieser Stadt, "die wir in Form und Weise wie seit 1945 vor uns haben".

Dem stimmte Helmut Seidler zu. Dank Bernd Köhler und dessen Wissen und Kontakten hätten zahlreiche Dinge schnell und besser umgesetzt werden können. Seidler forderte eine "strategische Entscheidung zu Gunsten der Erhaltung dieser Stelle".