Zerbst (fw) l Vor 13 Jahren wurde der Girlsday in Deutschland ins Leben gerufen. Im Zuge der Gleichstellung sollte er Mädchen Einblicke in klassische Männerberufe gewähren und einem Fachkräftemangel vorbeugen.

2010, also fast zehn Jahre später, gab es zum ersten Mal zum Girlsday einen Boysday. Sein Ansinnen: Jungen sollen die Scheu vor klassischen Frauenberufen verlieren.

Die Kfz-Meisterinnen und Mechatronikerinnen sind heute gar nicht mehr so selten. Doch junge Männer werden noch immer vergleichsweise selten Erzieher oder Krankenpfleger.

"Für die Berufswahl ist es doch eigentlich egal, welches Geschlecht man hat", findet Martin Zimmermann. Er ist einer von fünf Jungs, die die Volksstimme gefragt hat, ob sie sich vorstellen könnten, in einem klassischen Frauenberuf zu arbeiten.

Der 16-jährige Martin möchte später einmal Lehrer werden. Der Lehrerberuf hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt: Waren früher Männer in der Mehrheit, so findet man sie heute nur noch selten in den Lehrerzimmern. "Ist doch super", ruft Martins Klassenkamerad Nico Stahlich und zwinkert ihm zu. "Dann hast du später viele Kolleginnen".

Für die Zehntklässler der Ciervisti-Sekundarschule ist die Schulzeit im Sommer erst mal vorbei. Die meisten beginnen eine Ausbildung.

Hannes Kaiser ist ebenfalls in der 10. Klasse. Der 16-Jährige hat schon mal einen Probetag in einem Pflegeheim gemacht. "Ein Kumpel von mir macht dort eine Ausbildung", erzählt Hannes. Also wollte er mal schauen, wie es so ist als Pfleger zu arbeiten. "Nach dem Tag weiß ich aber, dass das nichts für mich ist." Im Sommer beginnt er eine Ausbildung zum Elektriker. Die Jungs finden recht einstimmig, dass es wichtig ist, vieles auszuprobieren, bevor man sich auf einen Beruf festlegt. Letztlich käme es beim Job ja auch auf das Arbeitsumfeld an.

Und: Spaß sollte der Job auf alle Fälle machen.