Zerbst/Garitz l Die Jägerschaft Zerbst lud ihre derzeit 227 Mitglieder zur turnusmäßigen Jahreshauptversammlung am Freitagabend nach Garitz ein. 46 Weidgenossen folgten der Einladung. "Beschlussfähig sind wir dennoch", stellte Versammlungsleiter Jürgen Konratt fest.

Eine höhere Beteilung wäre sicher wünschenswert gewesen, da traditionell der Bericht des Vorstandes, der vom Vorsitzenden Ralf Müller vorgetragen wurde, mit der vom Landesjagdverband Sachsen-Anhalt (LJV) formulierten "Bewertung und Analyse der jagdpolitischen Situation auf Bundes- und Landesebene" eingeleitet wurde. Damit wurden für die Jagdausübung wichtige Informationen vermittelt.

Ralf Müller riss die auch in der Öffentlichkeit diskutierten Bereiche, wie das Verhältnis von NABU und Jagd, bleifreie Munition, das zunehmende Wolfsaufkommen, die Natura 2000 zur Neuordnung von Naturschutzgebieten, die Sozialversicherung, Lebensmittelhygiene, Biotopverbesserung, das Hundewesen oder die Aus- und Weiterbildung an. Der Vorsitzende verwies darauf, dass sich die Mitglieder der Jägerschaft mit diesen Themen auch weiter selbständig auseinandersetzten sollten.

Wilko Florstedt, Geschäftsführer des LJV, und Rüdiger Rochlitzer von der Jagdbehörde des Landkreises Anhalt-Bitterfeld konkretisierten im Verlauf der Beratung Fakten zum Beispiel zur oft konträr bewerteten Wolfsproblematik sowie zu veterinärischen Anforderungen für die Wildbretvermarktung.

Auf der Grundlage einer am 6. März unterzeichneten Kooperation zwischen dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt mit dem LJV "werden die Jäger in Sachsen-Anhalt das Land offiziell beim Monitoring und Management des Wolfes unterstützen". Wilko Florstedt richtete deshalb an die Mitglieder der Jägerschaft Zerbst die Bitte, dass sich einige als "wolfskundige Personen" ausbilden lassen.

Im zweiten Teil des Berichtes widmete sich Ralf Müller der Vereinsarbeit in der Jägerschaft. Sie werde insbesondere durch Aktivitäten in den vier Hegeringen gelebt, denen zwischen 48 und 61 Mitglieder angehören. Neben den Jahreshauptversammlungen führten alle Hegeringe Hegeringschießen durch, mit allerdings differenzierter Teilnahme. Zum gesellschaftlichen Leben gehörten, teils auch mit Einbeziehung der Familien, Trophäenbewertungen, Jägerbälle, Busfahrten, Hegeringjagden, Jagdschoppen...

Zu den Aktivitäten, für die der Vorstand und weitere aktive Mitglieder Verantwortung trugen, gehörten die Teilnahme an den Festumzügen zum Ankuhn 800-Jubiläum und beim Umzug der Vereine zum Bollenmarkt. "Eine etwas stärkere Beteiligung hätte ich mir schon gewünscht", mahnt Ralf Müller für kommende Aktionen an.

Der Hubertusgottesdienst in der Zerbster St. Bartholomäi-kirche war auch von der Bevölkerung gut angenommen. Beste Unterhaltung bot ebenfalls der Grüne Abend in Garitz mit knapp 300 Besuchern.

Einen nachhaltigen Eindruck hinterließen auf beiden Veranstaltungen die Heide-Jagdhornbläser aus Burgstall mit ihren künstlerisch eindrucksvollen und stimmungsvermittelnden Programmen. "Wir werden den Grünen Abend weiter im Dreijahresrhythmus veranstalten", kündigte der Vorsitzende an.

Vorgetragen und abgestimmt wurden ebenfalls der Bericht des Schatzmeisters Wilfried Bustro und der Finanzplan 2014/2015 sowie der Bericht der Kassenprüfer von Helmut Beuter.

In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) die Aktivitäten der Jäger für die Wald- und Feldwirtschaft in der Flächenstadt Zerbst durch das Eindämmen von Wildschäden sowie die Einsatzbereitschaft bei den Maßnahmen nach Wildunfällen. Der Hubertus-Gottesdienst habe 2013 einen "Qualitätssprung" erlebt.

Ein Grußwort überbrachte auch Kreisjägermeister Wolfgang Mengel. Ralf Müller und der stellvertretende Vorsitzende Reinhard Bartsch nahmen zudem Ehrungen von Jägerschaftsmitgliedern vor.