Zerbst l Für Nicole Lüer war der vergangene Freitag ein besonderer Tag: Sie feierte ihren 35. Geburtstag und gleichzeitig das Ende ihrer Bürgerarbeit.

Doch anders als zahlreiche andere Bürgerarbeiter kann sie optimistisch in die Zukunft blicken. Denn ab April hat sie einen neuen Job in ihrem gelernten Beruf. "Das hat wirklich super gepasst und die Bürgerarbeit hat mir da schon geholfen", erzählt die zweifache Mutter.

Die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation hat in den vergangenen drei Jahren als Bürgerarbeiterin des Verkehrsvereins das Vereinsbüro betreut. "Da ist die Arbeit mit dem PC ein Muss, auch das Aufsetzen von Verträgen und ähnliches", erzählt Geschäftsführerin Monika Redling. Für Nicole Lüer waren diese Anforderungen kein Problem. Vielmehr konnte sie so in ihrem Beruf auf dem Laufenden bleiben. "Ohne diese Stelle hätte ich die neue vielleicht nicht bekommen", erzählt die Zerbsterin.

Doch nicht nur das "Handwerkliche" konnte Nicole Lüer tagtäglich üben, sondern auch persönlich hat sie sich weiterentwickelt. "Am Anfang war Nicole fast schüchtern", erinnert sich Monika Redling. Doch mittlerweile ist das Selbstbewusstsein gewachsen. Wohl auch durch den ständigen Umgang mit Menschen - persönlich wie telefonisch. "Mittlerweile weiß sie, dass man auch diskutieren kann", sagt Monika Redling, und Nicole Lüer kann das nur bestätigen. So mancher Händler braucht eben eine Erinnerung, den Händlervertrag unterschrieben zuzusenden. Nicole Lüer war bei allen Stadtfesten und der Pferdemarktlotterie eingebunden, half bei der Betreuung der Festbüros und vielem mehr - zusätzlich zum Bürodienst.

Für die nächsten Wochen wird der Verkehrsverein die Büroöffnung durch seine Vereinsmitglieder abdecken. "Wir haben eine Stelle über ,Aktiv zur Rente` in Ausblick", erzählt der Vereinsvorsitzende Klaus Grigoleit. Doch noch gibt es keinen Termin, wann diese besetzt wird. Für den Notfall gibt es auch Überlegungen, über den Verein eine Arbeitskraft einzustellen. "Aber das ist eine finanzielle Größenordnung, wie wir nicht ohne weiteres stemmen können."

Nicole Lüer hat von ihrer Bürgerarbeit profitiert. Der Verkehrsverein auch. Und das wohl auch für die Zukunft. "Wenn Hilfe gebraucht wird, bin ich dabei."