Etwa 10 000 winzige Meerforellen wurden vor kurzem in die Nuthe gesetzt. Erstmals stammten die Brütlinge nicht aus Dänemark, sondern aus der Stepenitz in Brandenburg.

Zerbst l Geschützt unter dicken Wolldecken und in Styroporkisten verpackt, erreichten die Meerforellen im Kofferraum und auf der Rückbank von Ingo Borkmanns Passat die Stadt. Verpackt waren die etwa 10 000 Brütlinge - jeder einzelne kaum größer als eine Büroklammer - in Professionellen Fischtransportbeuteln.

Die isolierende Wirkung des Styropors sorgte dafür, dass die Temperatur nicht über acht Grad Celsius stieg. Genauso warm ist die Nuthe derzeit.

Bevor Ingo Borkmann vom Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow die Transportbeutel mit dem wertvollen Gut an die Mitglieder des Anglervereins verteilte, zeigte er ihnen die Brütlinge. "Die sehen absolut top aus", schwärmte der Experte. Munter schwammen die Mini-Forellen in ihren Beuteln, aufgefüllt mit einer großen Sauerstoffblase.

Zum ersten Mal kommen die Brütlinge nicht von einer dänischen Farm, sondern stammen aus einem Bruthaus an der Stepenitz, einem Elbzufluss in der brandenburgischen Prignitz.

"Wir sind positiv überrascht, dass die Lachse und Forellen in der Nuthe so gut anschlagen", sagte Ingo Borkmann. Beim letzten Kontrollfischen wurden 16 Lachse- und um die 20 Meerforellen-Rückkehrer gefangen. Eine Zahl, mit der Borkmann zufrieden ist. Schließlich seien das nur die Fische, die ihnen auch ins "Netz gegangen sind".

Der Fischbesatz sei das eine, aber parallel dazu seien in der Nuthe auch Wanderbarrieren zurückgebaut worden. "Das macht den Fischen den Weg frei - und nicht nur den Lachsen und Meerforellen", erklärte Ingo Borkmann. Die beiden seien vielmehr die "Zugpferde" für andere Fischarten.

Nach dem Verteilen der Fischtransportbeutel rückten die einzelnen Teams an die verschiedenen Arme der Nuthe aus. Mit Meerforellen besetzt wurden die Grimmer, Boner und Lindauer Nuthe. Letztere übernahmen die Mitarbeiter des Instituts für Binnenfischerei selber, "weil es auf dem Heimweg nach Potsdam liegt".

Die Abschnitte, wo die Brütlinge in die Nuthe gebracht wurden, hatte Ingo Borkmann auf Karten eingezeichnet. Wichtig war, dass die Nuthe an diesen Bereichen "Struktur" hat, also Kies etc. vorhanden ist.

An der Stadtstrecke setzten Kurt Zebisch und Manfred Kestler, beide seit vielen Jahren Angler, die Meerforellen in die Nuthe. Sie haben maßgeblichen Anteil an der Aktion und beteiligen sich regelmäßig beim Besetzen und am Kon-trollfischen.

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