Zerbst l Die Stadtwerke Zerbst GmbH sind zum Ausgleich des Defizites im Bäderbetrieb weiterhin auf Überschüsse beim Strom- und Fernwärmegeschäft angewiesen. Zugleich wird laut Beteiligungsbericht 2013 der Stadt Zerbst (er beleuchtet die wirtschaftliche Entwicklung der städtischen Unternehmen und Beteiligungen) davon ausgegangen, dass nicht mit einem steigenden Fernwärmeabsatz gerechnet werden könne. Denn der geringere Fernwärme-Absatz durch Rückbau von Wohnungen sei nur schwer durch Neukunden auszugleichen. Zum anderen müsse auch mit verringerten Umsätzen beim Stromverkauf gerechnet werden, da die zwischen E.on Avacon und Stromversorgung Zerbst GmbH Co.KG vereinbarten Preise unter denen des Vorjahres liegen.

Von dieser speziellen finanziellen Betrachtung losgelöst betrachtet, bleibt für die Stadtwerke Zerbst GmbH für 2012 festzustellen, dass die Versorgung der Zerbster Einwohner kontinuierlich und bedarfsgerecht erfolgt sei. Allerdings ergaben sich 2012 in den einzelnen Betriebssparten unterschiedliche Ergebnisse. Die zur Stromerzeugung betriebene Biogasanlage lief 2012 ohne wesentliche Störungen. Die Erträge stiegen gegenüber 2011 um 78 000 Euro. Anders das Ergebnis im Gas-BHKW. Ein Motor fiel aus und senkte den Umsatz, und zugleich stieg der Gaspreis. Dennoch wurde im Spartenbereich "Stromerzeugung" ein Ergebnis von 466 000 Euro erreicht, welches "in beträchtlichem Umfang das Jahresergebnis der Gesellschaft insgesamt stützt", wie es im Bericht heißt.

Die Fernwärmeerzeugung war 2012 günstiger als 2011, ihre Verteilung und Lieferung verlief kostendeckend. Es entstand ein Plus von 29 000 Euro. Allerdings schmälern die für den Betrieb der Anlagen nötigen Technikerleistungen das Ergebnis. So konnte der alljährlich defizitäre Bäderbetriebsbereich aus dem Betriebsbereich "Wärme" 2012 keine Subventionierung erfahren.

Die Betriebsführung für das Zerbster Erlebnisbad basiert auf einem von der Stadt kommenden Entgelt. Die 2012 verfügbaren 112 000 Euro reichten aus.

Anders die Lage beim Schwimmhallenbetrieb. Im November/Dezember 2012 führten technische Probleme zu einer Schließung, somit Umsatzausfall von geschätzt 20 000 Euro. So wurden 165 000 Euro aus Eintritten erlöst. Die Materialaufwendungen betrugen 244 000 Euro, die betrieblichen Aufwendungen 478 000 Euro. So entstand hier ein Spartendefizit von 557 000 Euro (2011: 499 000 Euro). Zugleich wird festgestellt, dass eine Umsatzerhöhung nicht erreichbar sei: Die Schwimmhalle ist ausgelastet.

Die Verknüpfung defizitärer und ertragreicher Betriebsaktivitäten ist auch 2012 gelungen: Die Stadtwerke haben einen positiven Betriebsabschluss.