Jütrichau (pwi) l Die Raststätte Jütrichau war in dieser Runde der Volksstimme-Aktion "Kennen Sie Ihre Heimat" gesucht. Die erste, die die Lösung mitteilte war Elke Klaue aus Jütrichau. Sie erinnerte sich, dass ganz früher Familie Ganzer das Objekt gehörte und darin gewohnt hat. Danach sei das Gastwirtsehepaar Schulze gekommen, dann Familie Meyer. Mit den Töchtern der Familie Meyer sei sie befreundet gewesen. "Wir haben im Haus, im Hof und Garten zusammen gespielt", erzählte die 52-Jährige. Sie habe schöne Erinnerungen an die Zeit mit Gummihopsen im Vorbau. Der heutige Vereinsraum war mal Konsum gewesen.

Der Konsum zu DDR-Zeiten fiel auch Annemarie Gründer ein, als sie den Jütrichauer Rasthof als Lösung nannte. Sie habe immer die Rechnungen für die Waren geschrieben. Früher war das Ganzer, so die Zerbsterin, die zu den treuen Heimatfoto-Rätslern gehört.

Die Gaststätte erkannten auch Helmut Rudolf aus Garitz und Lothar Platte aus Schora, die hier öfter vorbeifahren. Platte war schon zu Feuerwehr-Veranstaltungen dort und kehrt auch sonst sehr gerne dort ein. "Ich habe 1964 mit dem Besitzer Meyer gemeinsam Fahrschule gemacht", berichtete er. Seine Tochter Katrin sei eine sehr freundliche Wirtin. "Eine schöne Raststätte", war er des Lobes voll.

Aus Roßlau meldete sich Elvira Bergholz zum Rätsel. Entfernter Verwandschaft hatte das Objekt mal gehört. Hin und wieder komme man an dem Haus vorbei, so die aus Steutz stammende Anruferin.

Gar aus Schönebeck machte Eva Brumme mit. Seit sieben Jahren wohnt die Familie dort. Die ehemaligen Zerbster lesen aber immer noch eifrig die Anhaltischen Nachrichten. Immer nach dem Einkaufen in Dessau kehrte man früher im Ratshof Jütrichau ein, so Eva Brumme. Sie erinnerte sich an Silvester dort oder auch vom Betrieb aus ging es nach Jütrichau. "Ich habe gute Erinnerungen, es war immer sauber und preiswert."

Gaststätte, Konsum - keine Zweifel am Objekt hatte Hannelore Wink: "Ich habe da gewohnt." 1956 war die Familie hingezogen, wohnte bis 1963 dort. "Die zwei Fenster vorne ganz oben, das war das Kinderzimmer." Der Vorbau sei früher wie ein Biergarten gewesen mit Holzklappstühlen und den Tischen dazu. Sowohl im Vereinszimmer als auch im Saal wurde Kino gemacht, so die Jütrichauerin. Wenn die Eltern auch zum Tanz waren, saßen die Kinder auf der Treppe, "wir haben durchs Fenster geguckt und die Leute auf dem Weg zur Toilette beobachten können."

"Das war mein Elternhaus", konnte Günther Ganzer aus Zerbst alle Anrufe toppen. Das Bild datierte er auf 1938. Sein Bruder Hermann und er seien die Jungen an den Fahrrädern, der Mann, der am Haus lehnt, sein Vater Hermann Ganzer. Bis 1960 habe er dort gewohnt und sehr gute Erinnerungen. Der 88-Jährige bekannte, auch viele Dummheiten gemacht zu haben. Er erinnerte sich, dass der Parkplatz vorm Haus einst Tanzfläche war.

Bei der Auslosung wurde Hannelore Wink als Gewinnerin in dieser Runde ermittelt. Sie kann sich den Biberticket-Gutschein in der Redaktion auf der Alten Brücke in Zerbst abholen.

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