Infotafeln sollen künftig einen Überblick über touristische Möglichkeiten in den Dörfern geben.

Garitz l Seit Mitte des vergangenen Jahres gibt es die Arbeitsgruppe Besucherlenkung. Sie ist eine Arbeitsgruppe des Förderkreises der Stiftung Entschlossene Kirchen zur Erhaltung der Dorfkirchen im Kirchenkreis Zerbst und wurde von Sonja Hahn, der Vorsitzenden des Förderkreises initiiert. Es geht um Öffentlichkeitsarbeit, Präsentation, Vernetzung, es geht darum, Aufmerksamkeit zu erregen beziehungsweise zu lenken auf die Kirche am jeweiligen Standort, auf die Gemeinde und ihre Aktivitäten, auf den Ort selbst, Dienstleister vor Ort und umliegende Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten. Große Informationstafeln sollen den Besuchern auf die Sprünge helfen.

Die Idee ist nicht neu, doch Sonja Hahn musste irgendwann feststellen, dass sie das Projekt alleine nicht realisieren kann. Sie brauchte Mitstreiter und sprach gezielt Leute an, die in der Region, im Kirchenkreis Zerbst der Evangelischen Landeskirche Anhalts, mitwirken und sich auch besonders für die Tourismusentwicklung einsetzen. So konnte Sonja Hahn, Elke-Andrea Ciciewski vom Naturpark Fläming, Viola Tiepelmann von der Tourist-Information Zerbst, Regina Frens, Ortsbürgermeisterin Steutz, Dr. Ingrid Reiche von der Evangelischen Kirchengemeinde Ragösen, Andreas Janßen, Kirche und Tourismus-Beauftragter der Landeskirche, Gästeführer Frank Berger und Doreen Winkler aus Garitz für eine Mitarbeit gewinnen.

Inzwischen hat sich das Bündeln der Kräfte gelohnt. Die Aufgaben wurden verteilt. Es ging zunächst um das Sammeln von Informationen. Die Tourismus-Freizeitkarte des Naturpark Fläming/Sachsen-Anhalt diente als Grundlage, da der größte Teil des Kirchenkreises in dem Gebiet zu finden ist. Darauf bereits enthaltene Informationen wurden verglichen, es wurde überlegt, was fehlt und ergänzt, Fakten und Details zusammengetragen. Die Liste wurde inzwischen geschlossen, um den Auftrag für eine Karte auszulösen. Diese touristische Karte vom Kirchenkreis wird die immer gleiche Seite der Infotafeln sein, die aufgestellt werden sollen. Vorbild sind hier die Infotafeln in der Stadt Zerbst. Unter der Karte wird es Infos zum Naturpark, zur Stiftung Entschlossene Kirchen und zu den Städten geben.

Die Rückseite ist Text und Bildern vorbehalten, die sich auf den jeweiligen Standort beziehen, wo es um die Dorfkirche geht, um das, was das Dorf ausmacht oder was in unmittelbarer Nachbarschaft liegt. "Das kommt natürlich immer auf den Ort an", erklärte Sonja Hahn. Wo nichts außer der Kirche ist, werden die Besucher auf das nächste Interessante in allen Richtungen verwiesen. Was die Dienstleister vor Ort betrifft, will man auf Bestand und Tradition setzen und eine Auswahl treffen. Die Infotafeln sollen keineswegs zu Werbetafeln werden.

Das Ganze wird über Spenden finanziert. Für die ersten Schilder ist das Geld da. In fünf Dörfern sollen nun als Pilotprojekt solche Infotafeln aufgestellt werden. Noch in diesem Frühjahr, quasi rechtzeitig zur Hauptsaison, sollen die Tafeln stehen. Auserkoren wurden zunächst Dörfer, die durch ihre Lage und ihre besonderen Kirchen entsprechendes Besucherinteresse finden. Eine Infotafel wird Polenzko mit der Weihnachtskirche bekommen, eine Klieken, wo die Cranach-Altartafeln im vergangenen Jahr in die Patronatskirche zurückkehrten und eine ungeheure Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Für Griebo am Elberadweg ist eine Tafel vorgesehen. Und auch die Orte mit weiteren Themenkirchen, Trüben mit der Osterkirche und Luso mit der Gesangbuchkirche, sollen in der ersten Runde mit bedacht werden. Danach kann es Schritt für Schritt weitergehen.

45 Kirchen zwischen Elbe und Fläming sind derzeit Mitglied in der Stiftung. Die müssen erst einmal mit Tafeln versorgt werden. Vielleicht finden sich dann noch einige mehr, die in der Stiftung mitmachen oder Orte ihrerseits haben Interessen an den Tafeln.

   

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