Die Mitglieder des Anglervereins Zerbst haben im vergangenen Jahr viel geschafft. Umfangreiche Arbeiten am Vereinsheim sind gemacht worden, in zahlreichen Arbeitseinsätzen kam sie ihrer Pflicht der Gewässerpflege und -bewirtschaftung nach und sie setzten erneut Lachse in der Nuthe aus, die sich längst auf dem Weg zum Meer befinden.

Zerbst. Dass zum Angeln mehr gehört, als stundenlang ruhig am See zu sitzen und auf einen großen Fang zu warten, beweisen Jahr für Jahr die rund 300 Mitglieder des Zerbster Anglervereins. Über den gesamten Altkreis Zerbst verteilt, pflegen und bewirtschaften sie die Nuthe sowie viele stehende Gewässer mit einer Gesamtfläche von rund 90 Hektar. "Im Moment haben allerdings auch wir Pause", sagt Michael Kirchner, der Vereinsvorsitzende. Der Winter lässt es nicht zu, dass die Angler arbeiten können. "Die Pflege beginnt jedoch im Winter", so Kirchner. Wenn das Eis auf den Gewässern dick genug ist, können die Angelplätze in Schuss gebracht werden. Auch ohne Schnee und Eis muss das Schilf zurückgeschnitten werden.

Das die Angler auch durchaus Handwerker-Qualitäten haben, zeigte sich in diesem Jahr beim Sanieren des Vereinsheimes. "Das hat sehr gut geklappt", freut sich Kirchner. Insbesondere dank der guten Zusammenarbeit mit den Sponsoren und Dienstleistern ging die Sanierung reibungslos über die Bühne. "Wir mussten Schachten und haben die Wasserleitungen erneuert. Außerdem standen Dacharbeiten an und die Terrasse ist umgebaut worden." Auch die Grünflächen drumherum sind gepflegt worden. "Die B&A hat uns mit ihren Ein-Euro-Jobbern dabei sehr unterstützt", fügt Kirchner hinzu. Auch wenn die Zusammenarbeit derzeit ruht, ist sie für den Verein dennoch sehr wichtig. "Wer als Verein das Angebot für Hilfe erhält, sollte es annehmen", rät Kirchner.

Zudem spielt die Gewässerpflege und -bewirtschaftung eine große Rolle für den Verein. Es ist auch die Aufgabe der Angler, bedrohte Arten in den Gewässern zu schützen. "Das ist eine große Verpflichtung für uns, die wir sehr ernst nehmen." Im Rahmen dessen setzten Vereinsmitglieder auch in diesem Jahr wieder Junglachse in der Nuthe aus – rund 10 000 Tiere im Wert von rund 8000 Euro. "Die Finanzierung läuft über die Fischereiabgabe. Das Landesverwaltungsamt steuert dieses Projekt", erklärt Kirchner.

Parallel dazu unterstützt der Verein zudem die Renaturierung der Nuthe. Bei einem Vereinsausflug verschmolzen diese beiden unabhängig voneinander verfolgten Projekte.

Die Fahrt führte ins dänische Skjern Au, einem renaturierten Gebiet, in dem die Junglachse gezüchtet werden, die in der Nuthe ausgesetzt werden. "Dort sehen wir, wie es funktionieren kann."

Während die Dänen die Renaturierung bereits seit Jahren vorangetrieben haben, steht das Projekt hier noch am Anfang. "Ein erster Schritt müsste sein, dass alle Wehre entfernt werden", so Kirchner. Anders kann eine natürliche Durchgängigkeit des Gewässers nicht erreicht werden. Aber auch das Verständnis für die Tierwelt muss weiter wachsen. "Das heißt für den Ackerbau weniger Chemie einzusetzen oder auch, dass die Kleingärtner, die an der Nuthe ihre Parzellen haben, ihren Müll nicht in die Nuthe werfen. Die Natur geht auch unter Wasser weiter."

Auch für 2011 hat Kirchner schon ein Ziel vor Augen, das er seit Längerem verfolgt: Eine bessere Zusammenarbeit mit der Kreisjägerschaft. "Die Fischbestände dürfen nicht dem Kormoran zum Fraß überlassen werden", betont Kirchner. Seit Monaten sucht er das Gespräch. Vielleicht klappt es 2011. "Der Kormoran ist der größte Feind der Fische. Der frisst solange wie Futter da ist", erklärt Kirchner. Vereinsmitglieder beobachten die Kormorane genau und "im Bereich Strinum/Lindau war mitunter das Ufer schwarz vor diesen Tieren. Haben die erstmal Futter gerochen, setzen die sich fest. Wir müssen da eine Lösung finden." Und das geht nur in Zusammenarbeit mit der Kreisjägerschaft, die einen gezielten Abschuss der Vögel vornehmen kann.

Ein weiterer Wunsch gilt anderen: "Ich wünsche allen Sportlern ein frohes neues Jahr."

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