Zehn bedürftige Familien hat der Rotary Club Zerbst zum Jahresende mit insgesamt 2000 Euro unterstützt. "Regional vor Ort wie auch weltweit" sehen die Zerbster Rotarier auch im neuen Jahr ihr Engagement.

Zerbst. Heizmaterialien gegen den strengen Winterfrost. Bekleidung und andere notwendige Dinge zum Leben ... "Wir stellen verstärkt fest, dass es Familien gibt, die richtig in Not sind, weil die zur Verfügung stehenden Budgets nicht zum Leben reichen", sagt Dietrich Landmann. Er macht diese Erfahrung in seiner Arbeit beim Diakonischen Werk Zerbst und er nimmt sie mit in seine Funktion als aktueller Präsident des Rotary Clubs Zerbst.

Der versucht seit sechs Jahren, bedürftige Familien zu unterstützen. Die Erlöse aus den Glühweinverkäufen der Rotarier auf den Weihnachtsmärkten in Zerbst und Leitzkau werden weitergegeben. Zehn Familien aus Zerbst und dem Umland haben zum Jahresende solche Weihnachtsbeihilfen erhalten. Alleinerziehende Mütter waren darunter, kinderreiche Familien, aber auch eine junge Frau, die studiert und alle ihre Ausgaben vom Bafög bestreiten muss. Weil sie das erhält, bekommt sie keine Hartz IV-Gelder. Sie konnte sich durch die Unterstützung des Zerbster Rotary Clubs Winterbekleidung kaufen.

Die Familien nutzten das Geld ebenfalls für Bekleidung, für dringend notwendige Einrichtungsgegenstände, aber eben auch für anders nicht zu finanzierendes Heizmaterial oder überhaupt das Nötigste zum Leben. Eine Familie war vor Kurzem erst nach Zerbst gezogen und hatte für diesen Neuanfang kaum etwas dabei.

Traurig über rückläufigen Trend

"Die Gelder sind zweckgebunden. Die Empfänger sagen uns, wofür sie sie brauchen und weisen die Ausgaben dann auch entsprechend nach", erläutert Klaus Partheil, beim Rotary Club für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Gefunden und ausgewählt werden die bedürftigen Familien über die Beratungsstellen der Diakonie und die Kinderarztpraxis von Dr. Andreas Köhler.

Wie die Rotarier auf der einen Seite feststellen, dass die Bedürftigkeit in den Familien immer größer wird, müssen sie auf der anderen Seite auch konstatieren, so Dietrich Landmann, "dass wir bei unseren Einnahmen einen rückläufigen Trend haben. Das macht uns traurig."

Ein Grund in diesem Jahr war sicher das schlechte Wetter, das die Besucher vom Weihnachtsmarkt in Zerbst fernhielt. Aber unabhängig davon: Konnten die Rotarier 2007 noch 3000 Euro ausreichen, waren es 2008 2850 Euro, ein Jahr später 2500 und jetzt 2000 Euro. "Auch das war mehr als wir eingenommen haben. 500 Euro hat der Club noch dazu gegeben", resümieren die beiden Vorstandsvertreter.

Auch immer wieder einzelne Dinge

Abgehen wollen die Zerbster Rotarier von diesem Engagement nicht. Wollen ihre Aktivitäten fortführen, "regional vor Ort wie auch weltweit", betont Klaus Partheil.

Weltweit angelegt ist das weitergehende Projekt von Rotary International im Kampf gegen die Kinderlähmung. Um Polio auszurotten, stellt die Bill & Melinda Gates Stiftung 355 Millionen Doller zur Verfügung, die Rotarier bringen 200 Millionen Dollar auf. Auch die Zerbster wollen mit verschiedenen Aktionen weiter dazu beitragen. Der Kampf bisher ist erfolgreich, hat aber unter anderem durch eine schwere Erkrankungswelle 2010 im Kongo Rückschläge hinnehmen müssen.

Aus dem Kuchenverkauf, den die Rotarier seit inzwischen drei Jahren auf dem Zerbster Spargelfest und nun auch zusätzlich auf dem Bollenmarkt durchführen, gehen Erlöse unter anderem in das Polio-Projekt.

Neben diesem, neben der Hilfe für bedürftige Familien, auch der Unterstützung der erfolgreich laufenden Schülerpatenschaften an der Ganztagsschule "Ciervisti" und dem Francisceum "sind es immer wieder auch ganz konkrete einzelne Dinge, die wir unterstützen wollen", machen Dietrich Landmann und Klaus Partheil deutlich. Im vergangenen Jahr kam solche Unterstützung zum Beispiel dem Zerbster Schlossverein zugute oder auch einer jungen Biaserin, die ein freiwilliges soziales Jahr in Frankreich leistet.

Über Hilfswerk unterstützen

Im ersten Ausblick auf 2011 verweisen die beiden Rotary-Vorstände auch auf die Schülerpatenschaften, eine dem Zerbster Club ebenfalls besonders am Herzen liegende Aktivität. Zwei Zerbster sind derzeit im Ausland, zwei Gastschüler hier. Neben all dem Positiven, das dies mit sich bringt, verlangt es, unterstreicht Dietrich Landmann, auch nicht unwesentliches finanzielles Engagement des Clubs. So erhalten die Gastschüler zum Beispiel Taschengeld, werden bei Reisen oder Freizeitunternehmungen unterstützt.

Wer den Rotary Club Zerbst bei dem einen oder anderen seiner Projekte unterstützen möchte, kann das tun. "Wir haben mit dem Rotarischen Hilfswerk einen eingetragenen Verein, der Spenden entgegennehmen und auch Spendenquittungen ausgeben kann", so der Präsident. "Den haben wir in den vergangenen Monaten wieder nach vorn gebracht, um ihn besser in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und nutzen zu können."

 

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