Jetzt im Frühling ist die Unfallgefahr durch Wildwechsel besonders hoch. Wer klug und vorsichtig fährt, könne Unfälle vermeiden, sagt Hans-Peter Klimmek von der Polizei. Was aber ist zu tun, wenn sich ein Zusammenstoß nicht verhindern lässt? Darüber hat Volontärin Franziska Werner mit ihm gesprochen.

Volksstimme: Ich habe ein Reh angefahren. Was mache ich nun?

Hans-Peter Klimmek: Schnellstmöglich die Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage einschalten, Warndreieck in etwa hundert Metern Entfernung aufstellen, dabei am besten eine Warnweste tragen. Diese wird übrigens ab dem 1. Juli Pflicht in Deutschland!

Volksstimme: Darf ich mich dem Wildtier nähern, um zu schauen, wie schwer es verletzt ist?

Hans-Peter Klimmek: Davon ist abzuraten. Von Dachsen ist zum Beispiel bekannt, dass sie gern auch mal zubeißen. Die Kieferkraft der Tiere reicht, um einen menschlichen Finger abzubeißen. Sie sollten aber jedwedes Tier in Ruhe lassen, denn retten können Sie es nicht.

Volksstimme: Aber so ein Tier quält sich doch. Sollte man nicht wenigstens schauen, ob es noch lebt?

Hans-Peter Klimmek: Wenn Sie nach einem Wildunfall die 110 anrufen, wird die Polizei zeitnah zur Unfallstelle kommen und den Jagdpächter mitbringen. Der erlöst das Tier dann von seinen Qualen. Falls die Polizei früher da ist, wird sie es tun.

Volksstimme: Was kann man tun, damit es erst gar nicht zu einem Unfall mit einem Wildschwein oder einem Reh kommt?

Hans-Peter Klimmek: Fahren Sie vorsichtig, besonders in der Dämmerung! Schalten Sie das Fernlicht an, wo es möglich ist. Sehen Sie Wild am Straßenrand, sollten sie abblenden und gegebenenfalls hupen, wenn es nicht verschwindet. Vorsicht: Rehe treten oft in Rudeln auf.