Ein an Veranstaltungshöhepunkten reiches Jahr verspricht 2011 in Zerbst zu werden. Die Stadt wird mit den Fasch-Festtagen interna-tional ausstrahlen. Ebenso sorgen engagierte Vereine mit immer wieder neuen Ideen für reizvolle Angebote, wie beim diesjährigen "Kunst-Stadt(t)-Mauer". Auch vor dem Hintergrund der notwendigen Haushaltskonsolidierung, so Kulturamtsleiter Andreas Dittmann, "wollen wir versuchen, zu erhalten, was an kulturellen Angeboten da ist."

Zerbst. Ab der kommenden Woche werden Großaufsteller in der Stadt vom ersten bedeutenden Kulturereignis des neuen Jahres künden. Zum 46. Mal finden die Zerbster Kulturfesttage statt. Die Kulturwochen vom 11. Februar bis zum 11. März beweisen einmal mehr, dass sie immer wieder auch für Veränderung gut sind. Anders gestaltet wird der Auftakt.

"Wir haben ein kompaktes Programm am Sonnabend", erklärt Kulturamtsleiter Andreas Dittmann. Um 14.30 Uhr be-ginnt am 11. Februar der Eröffnungsfestakt in der Aula des Francisceums. Schwerpunkt wird ein Solokonzert des jungen, international gefragten Jazzpianisten und Komponisten Christoph Reuter sein. Danach wird es eine Pause geben, die bereits zum Besuch von Ausstellungen der Kulturfesttage im Francicseum und im Museum genutzt werden kann. Dort beginnt um 17 Uhr die Vernissage zur Personalausstellung der Berliner Künstlerin Denise Richardt. "Auch das Museumscafé wird geöffnet haben", so Andreas Dittmann. Es findet seinen Platz im Veranstaltungsraum "Tonne", dessen umfangreiche Neugestaltung bis Anfang Februar abgeschlossen sein und der "eine Bereicherung für den Museumsbetrieb" werden soll. Die Abgabe der Arbeiten für die Hobbyausstellung ist im Übrigen trotz der Bauarbeiten möglich.

Dass die Vernissage nicht wie bisher bereits am Freitagabend stattfindet, ist den Wünschen der Künstlerin geschuldet. Möglich aber auch, dass sich daraus wieder eine neue dauerhafte Form des Festtage-Auftakts ergibt.

Wichtigstes kulturelles Ereignis in diesem Jahr in Zerbst werden die 11. Internationalen Fasch-Festtage vom 7. bis 17. April. "Seit Dezember läuft der Kartenvorverkauf. Er hat mit dem Versand des ersten Flyers für die Festtage nochmals Fahrt aufgenommen", berichtet der Kulturamtsleiter. "Wir haben dabei ebenfalls im Dezember eine neue Werbeidee umgesetzt." Zerbst hat für sein Barockmusikfestival in den Programmheften der Leipziger "Weihnachtsoratorium"-Aufführungen in der Thomaskirche und im Gewandhaus geworben. Bei einem Publikum also, das von Haus aus auch an den Fasch-Festtagen Interesse haben könnte.

Während die Plakate für die Festtage im Druck sind, stimmen Stadt und Internationale Fasch-Gesellschaft derzeit die letzten Programmdetails ab. Karten gibt es noch für alle Veranstaltungen.

Aufs Rad, ins Museum

Gleichzeitig laufen im Kulturamt bereits auch die Vorbereitungen auf den jährli- chen Sommerhöhepunkt, das Zerbster Heimat- und Schützenfest. Vom 29. Juli bis zum 8. August findet es statt. "Wir sind dabei, die Verträge fertig zu machen und teils noch zu den Routenplänen verschiedener Schausteller nachzuverhandeln", so der Amtsleiter. Für die Neuheiten und wechselnde Fahrgeschäfte sind die Verträge bereits im Dezember in die Post gegangen, für die Stammaussteller passiert dies derzeit. Einfluss auf die Platzgestaltung wird die veränderte Wegführung im Schloßgarten haben, "aber nicht so gravierend".

Neben diesen großen Veranstaltungen erwartet die Zerbster und ihre Besucher sowohl in der Kernstadt als auch im Umland noch einiges mehr, teils als Angebot kommunaler Einrichtungen, teils als Initiative von Vereinen. Längst nicht alles kann hier aufgeführt werden.

So bereitet der Zerbster Verkehrsverein unter anderem wieder das Spargelfest und den Bollenmarkt vor. "Wir bleiben dabei, das Spargelfest über zwei Tage zu veranstalten", erklärt Vereinsvorsitzender Klaus Grigoleit, die im vergangenen Jahr erfolgte Änderung beizubehalten.

Viola Tiepelmann, Leiterin der Zerbster Tourist-Information, freut sich auf den 3. Zerbster Radfahrtag im Juni. "Die Veranstaltung war bisher so erfolgreich. Sie wird es in jedem Fall wieder geben." Ebenso wie die "3000 Schritte"-Aktion, die die Tourist-Information im September wieder mit der Kreisvolkshochschule anbieten wird.

Ebenfalls eine Tradition wird fortgesetzt mit dem Maibaumsetzen – wieder auf dem Markt. Tom Hebäcker und Volker Große, die hier "den Hut auf" haben, laden auch gern wieder zu "Musik trifft Denkmal" im Oktober im Schloss ein.

Die Stadtbibliothek plant die 3. Lesemeile zum Deutschen Vorlesetag erneut fest ein. Einen 2010 erstmals durchgeführten Tag der offenen Tür wird es aufgrund zu geringer Resonanz nicht geben. "Aber wir haben jeden Dienstag unsere Vorlesestunden und wollen auch unsere Flohmärkte, vielleicht in veränderter Form, fortsetzen", verweist Bibliothekschefin Margitta Benecke auch auf die Homepage (www.stadtbibliothek-zerbst.de) mit den stets neuesten Informationen.

Vier Sonderausstellungen und die Museumsnacht sind im Museum der Stadt Zerbst am Weinberg vorgesehen. Museumsdirektor Heinz-Jürgen Friedrich feilt an den Details.

2010 fanden die Einweihung des Katharina-Denkmals und die zweite Auflage von "Kunst-Stadt(t)-Mauer" an einem Wochenende statt. 2011 rücken sie noch näher zusammen. Am Abend des 9. Juli, so Organisator Jörg Albert vom Verein Farbton, ist an der Orangerie im Schloßgarten ein klassisches Konzert geplant. Die gemeinsame Veranstaltung mit dem Internationalen Förderverein "Katharina II." würdigt auch den ersten Jahrestag der Denkmal-Einweihung. Am 10. Juli gibt es zur Kunstmeile Theater und "wir sind bemüht, sie bis zur Orangerie zu führen".

Firmen fragen gezielt

Durchschnittlich vier Prozent hat die Kernstadt Zerbst in den vergangenen Jahren aus ihrem Verwaltungshaushalt für die Kultur ausgegeben (im Land Sachsen-Anhalt ist es ein Prozent). Der erste Haushalt der neuen großen Stadt Zerbst liegt noch nicht vor. "Die Ansprüche steigen, das kulturell reich gefüllte Programm zu finanzieren", weiß Kulturamtsleiter Dittmann. Aber ebenso: "Wir wollen versuchen, auch vor dem Hintergrund der Konsolidierungsanforderungen zu erhalten, was da ist." Und was Früchte trägt, wie am Beispiel der Bibliothek, in der Ausgaben für Lesungen zu Besucherzuwächsen führten.

Zu Kultur- und Fasch-Festtagen haben sich die Stadträte bereits im Dezember mit Beschlüssen bekannt, um Rechtssicherheit für die Finanzierung zu bekommen. Die städtischen Eigenanteile betragen 6000 beziehungsweise 40 000 Euro (hier über zwei Jahre). Dennoch gebe es ohne Sponsoring der Kreissparkasse schon lange keine Kulturfesttage mehr, ohne Landeszuschuss und Sponsoren keine Fasch-Festtage.

Darüber hinaus versucht die Stadt, "im Rahmen unserer Möglichkeiten, Vereinsprojekte gezielt zu fördern", so Andreas Dittmann. Etwa durch das Ansprechen von Unternehmen in der Stadt und im Landkreis, wenn diese auch überschaubar seien. Die Erfahrung dabei: "Die Unternehmen fragen oftmals gezielt nach und entscheiden danach, ob es ein Projekt vom städtischen Interesse ist oder eines von vielen."