Zerbst l Die Volkssolidarität-Begegnungsstätte Nord in Zebst erhielt in dieser Woche einen 500-Euro-Scheck. Das Geld selbst ist auch bereits üb erwiesen, folglich kann nun endlich die alte Kühltechnik gegen neue ausgetauscht werden. "Das waren Stromfresser. Unglaublich", sagte Gudrun Schöttle. Sie ist die Koordinatorin für Mitgliederarbeit. Genau wie Begegnungsstättenleiterin Sigrun Bürgel weiß sie genau, was die begegnungsstätte an Nebenkosten hat und dass neue Technik sparen hilft.

Das Geld stammt aus dem Solidarfonds der Landtagsfraktion von Die Linke. Der Landtagsabgeordnete Gerald Grünert hatte während des alternativen Neujahrsempfanges der Partei im Februar von dem Wunsch der Volkssolidarität erfahren. "Das passt genau zu unserem Solidarfonds", meinte er. Der Fonds wurde 1995 gegründet. Damals wie heute ist die Landtagsfraktion der Auffassung, dass Diätenerhöhungen der abgeordneten nicht losgelöst vom, Einkommensniveau der Bevölkerung geschehen sollen. Folglich spenden die Abgeordneten, weil ihre Ablehnung nicht half, seit 1995 250 Euro, seit 2011 300. Im März 2013 erreichte der Fonds ein Volumen von 1,1 Millionen Euro. Zeitgleich waren eine Million Euro als Spenden an 1872 Antragsteller ausgezahlt.

Zu denen gehört nunmehr auch die Begegnungsstätte Nord. Anita Graf, die Vorsitzende der Volkssolidaritäts-Ortsgruppe 9, lobte die Einrichtung für ihre sehr gute Atmosphäre. Man werde gut beraten, die Veranstaltungen seien klasse, und die Begegnungsstätte so unkompliziert nutzen zu können, sei einfach prima.

Die Spendenübergabe mündete in ein Gespräch zur Situation im Hause. Wie überall, schlägt auch in der Begegnungsstätte die auslaufende Bürgerarbeit schwer auf den Betriebsablauf durch. "Wir haben rund 500 Besucher pro Monat im Hause. Selbsthilfegruppen, Senioren, auch jüngere Interessengruppen und das von Montag bis Freitag. Hier ist folglich viel Arbeit. Wer soll die machen?", fragt Sigrun Bürgel. Zugleich sinken die Mitgliederzahlen der Volkssolidarität. "Die jüngeren Senioren sind heutzutage noch sehr rüstig und eher nicht die Club-Gänger." Folglich rechne sich die Begegnungstätte nicht. "Wir sind auf Spenden angewiesen, daher danken wir Ihnen sehr."