Die erste Station auf dem Rundgang der Osterkirche wurde als vierter Abschnitt fertiggestellt und ist am Sonnabend enthüllt worden. Zum feierlichen Anlass gab es einen Gottesdienst und danach noch regen Austausch über den Werdegang des Projektes.

Trüben l Als Ortsbürgermeister Mario Rudolf, Künstler Steffen Rogge und seine Frau die drei neuen Figuren der Osterkirche enthüllen, hat die Glocke der Trübener Kirche gerade geläutet. Es ist 14 Uhr am Sonnabend und eine überschaubare Gruppe an Menschen hat sich an der Trübener Kirche zusammengefunden, die Enthüllung der ersten Station des Projektes Osterkirche zu sehen.

"Es ist für den Rundgang der Osterkirche die erste Station. Dieses Schaubild sehen die Besucher als erstes. Von den zwölf Stationen, die es geben soll, ist es aber erst die vierte, die umgesetzt wurde", erklärt Sonja Hahn, die zusammen mit ihrem Mann bei der Gestaltung und Umsetzung der Themenkirchen mitwirkt.

Gezeigt werde soll im Gesamten die Ostergeschichte. Die erste Station soll demnach den Einzug von Jesus nach Jerusalem darstellen. Die erste Figurengruppe zeigt dabei drei der insgesamt zwölf Jünger, die zweite Figur zeigt Jesus, wie er auf einem Esel einreitet und die dritte Figurengruppe zeigt die Menschen, das Volk Jerusalems, die Jesus Palmenwedel schwenkend begrüßen.

Jesus dreht dem Betrachter den Hinterkopf zu

Das Jesus mit vom Betrachter weggedrehten Kopf dargestellt ist, ist Absicht, erklärt Künstler Steffen Rogge. Er hat die aus Eisen hergestellten Figuren bemalt. "Hinter den Figuren soll noch eine Mauer entstehen. An dieser werde ich dann Jerusalem und das jubelnde Volk darstellen, so dass es erklärt, warum Jesus nicht zum Betrachter schaut. Er schaut zum Volk", sagt er.

An dieser Seite des Kirchengeländes fehlt im Generellen eine Einfriedung, doch die soll noch in diesem Jahr kommen, versichert Sonja Hahn und ebenso Mario Rudolf, Ortsbürgermeister der Weinberggemeinde Garitz. "Der Maurer wird hinter diesem Schaubild die Mauer auch etwas anders gestalten als nach hinten hinaus. Die Gelder für diese Umsetzung sind bewilligt, so weit ich weiß. Auch der Bauantrag ist bearbeitet. Jetzt fehlt nur noch stetes Wetter, dann kann es los gehen", versichert Rudolf.

Auch er ist Mitinitiator der Themenkirchen. Inspiriert durch eine Wanderung durch Reppichau kam die Idee. "Ein ganzes Dorf als Ausstellung, das fand ich toll. Das war der Anfangspunkt", erzählt er.

Der Lokalpolitiker sieht in den Themenkirchen einen touristischen Mehrwert für seine Region. "Und mit dieser Station sind wir dem ganzen wieder ein Schritt näher gekommen", freut er sich. Die touristische Erschließung ist ihm wichtig. Die Themenkirchen als Aushängeschild, als Alleinstellungsmerkmal, sollen die Weinberggemeinde vor allem für Radtouristen auf dem Fläming-Radweg attraktiv machen.

Neben der Weihnachtskirche und der Gesangbuchkirche ist die Osterkirche die dritte Themenkirche. Das Projekt in Trüben wurde 2011 "angeleiert", beweist die erste Antragsstellung. Seitdem konnte bereits die ehemalige Trauerhalle zur Abendmahl-Station umgestaltet werden, die "Geißelung und der Weg zur Kreuzigung" mit einem hebbaren Kreuz umgesetzt und "Kreuzigung und Tod" durch drei große Holzkreuze kenntlich gemacht werden. Auch der erste Schritt für die zwölfte Station im Inneren der Kirche wurde schon gemacht. Hier empfängt den Besucher der Osterspruch "Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden" auf den Rundbögen der Kapelle.

Großes Ziel: Besucher sollen sich allein zurechtfinden

"Ziel soll es sein, dass sich die Besucher allein zurecht finden. Sie sollen den Passionsweg abschreiten, erleben und auch einmal anders verdeutlichen als sonst auf kleinen Bildchen. Deshalb werden auch einige Stationen mit Sitzmöglichkeiten versehen, so dass man verweilen und auch Dinge besprechen kann. Zudem sollen nach der Umsetzung der Stationen auch noch Hecken zur Orientierung und zum Schutz des Friedhofbereiches gepflanzt werden", erklärt Sonja Hahn das große Ziel.

Auch wann die Osterkirche insgesamt fertig sein soll, weiß man schon: "2017 ist unser Ziel", so Hahn. In diesem Jahr soll neben der Mauer auch noch an der elften Station, der Grablege, gearbeitet werden.